Auf den Nadeln, Stricken
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Auf den Nadeln: Ley Lines von Joji Locatelli

Auf den Nadeln: Ley Lines von Joji Locatelli

Heute möchte ich Euch mal wieder ein bisschen aus meiner eigenen Strickpraxis berichten und erzählen, was ich selber auf den Nadeln habe. In den letzten Tagen war ich nämlich durchgehend zu Hause und hatte somit richtig Zeit zum Stricken. Ich hatte mir am Mittwoch einen gemeinen Hexenschuss geholt und konnte daher nicht in den Shop. Daneben ist in Köln ja noch Karneval und somit natürlich so etwas wie Ausnahmezustand, bzw. Dauer-Feiertag. Genügend Zeit also zum Stricken und die habe ich trotz der Ungemütlichkeiten in meinem Rücken sehr genossen. Bei mir kommt das leider immer viel zu kurz, weil wir im Shop normalerweise durchgehend alle Hände voll  zu tun haben.

Auf den Nadeln: Ley Lines

Beim letzten Ladensamstag trug eine meiner Kundinnen das Ley Lines-Tuch von Joji Locatelli. Ich hatte mich sofort in das tolle Rippenmuster-Tuch schockverliebt, denn ich liebe Streifen wie Rippenmuster über alles. Und die Konstruktion finde ich witzig: Dadurch, dass die Zunahmen fürs Dreieckstuch an verschiedenen Stellen im Tuch gestrickt werden, verschieben sich die Rippen und es entsteht eine spannende Struktur. Es ist außerdem das ideale Tuch, um ein besonders elegantes, einfarbiges Garn ideal zur Geltung zu bringen. Ich hatte mir also gleich am Samstag noch die Anleitung auf Ravelry gekauft. Die gibt´s dort übrigens nur auf Englisch, aber wer damit Schwierigkeiten hat, kann einfach in meinen letzten Blogpost schauen, denn da hatte ich über englische Strickanleitungen geschrieben und Tipps gegeben, wie man damit besser arbeiten kann, wenn man im Englischen nicht so fit ist: Englische Strickbegriffe – Keine Angst vor englischsprachigen Anleitungen

Einen Substituten aussuchen

Joji hat drei Knäuel Garn mit einer Lauflänge von 350m/100g verstrickt. Ich wollte natürlich lieber etwas aus meinem Shop verwenden. Also ging ich mit Hilfe meiner Shopfilter auf die Suche. Ihr findet im Shop ganz rechts ja die Möglichkeiten, Euch meine Garne sortiert nach Lauflänge anzeigen zu lassen. Ich finde das die beste Möglichkeit, Garne zu filtern. Manchmal kann man ja nach Garnstärke oder Nadelstärke filtern, aber das finde ich ein bischen unpraktisch, wenn man sich auf die Suche nach einem Substituten, also einem Ersatzgarn, macht. Man muss umrechnen, bzw. hat die Nadelstärke selten etwas mit dem zu tun, was man selber stricken möchte.

Bei Tücherstricken muss so ein Substitut nicht unbedingt die gleiche Lauflänge wie das Originalgarn haben, denn viele Anleitungen kann man so lange weiterstricken, wie man mag, also länger oder kürzer. Bei Ley Lines geht das nicht, aber es reicht trotzdem, ein Garn der ungefähr gleichen Lauflänge zu nehmen. Wenn Ihr übrigens eine Pullover-Anleitung mit einem anderen Garn nachstricken möchtet, ist das natürlich nicht so einfach. Hier muss man immer unbedingt eine Maschenprobe machen und diese auch waschen und spannen, weil selbst Garne mit der gleichen Zusammensetzung oder Lauflänge verstrickt ganz anders verhalten können, was immer mit der Art der Herstellung des Garns zu tun hat. Wer sich damit näher befassen möchte, sollte mal in der aktuellen Ausgabe der Designer Knitting reinschauen, da gab es einen sehr interessanten Artikel zu genau diesem Thema.

Aber zurück zu meinem Tuch. Ich kam bei der Lauflänge “301 bis 400m” auf ganze 27 Garne. Sockengarne, mehrfarbige Garne und Tweed flogen aber gleich mal raus, außerdem alles, was flauschig ist sowie alles, was ich gerade erst verstrickt hatte. Übrig blieben für mich Serena von Manos, Ayni von Amano, Modena von Lamana, Wool Finest von Schoppel, Titus von baa ram Ewe, Tynn Alpakka Wool von Sandnes sowie Rowan Finest von Rowan, sechs richtig schöne Garne mit hübschen Grautönen und Grau sollte mein Tuch auch werden.

Serena, Rowan Finest und Ayni kamen letztlich in die engere Wahl: Bei Rowan Finest finde ich sensationell, dass es in der aktuellen Palette einfach nur vier Grautöne gibt und mehr nicht, fertig. Das ist cool. Die Zusammensetzung aus Wolle, Alpaka und Kaschmir ist außerdem sensationell und ich hätte es auch sofort genommen, allerdings habe ich es aktuell nicht im Lager vorrätig. Ich hätte also erst bestellen müssen, aber ich wollte ja sofort losstricken.

Serena setzt sich aus Alpaka und Baumwolle zusammen und hat einen tollen Griff. Damit will ich unbedingt ganz bald etwas stricken, zumal ich gerade erst noch so viele schöne neue Farben bekommen hatte. Die beiden Grautöne waren mir hier aber einen Hauch zu dunkel, genau wie bei Titus von baa ram ewe übrigens auch. Ich mag Dunkelgrau als Farbe sehr, aber zum Stricken abends ist es mir dann doch etwas zu anstrengend. Mein Tuch wollte ich außerdem auch gerne im Frühling tragen und so habe ich mich letztlich für Ayni in der Farbe Quarzgrau entschieden.

Ayni von Amano

Die Garne von Amano habe ich seit letztem Jahr im Shop, aktuell sind sie in Deutschland noch nicht so bekannt, man sieht sie jedenfalls auf Instagram und Co. noch nicht so häufig verstrickt. Sie kommen direkt aus Peru und haben alle sehr natürliche Zusammensetzungen mit viel Alpaka, Baumwolle, Lama, Merino und Seide. Das Merino ist selbstverständlich wie alle meine Merinogarne im Shop immer mulesingfrei.

Ayni selber setzt sich aus 80% Alpaka und 20% Seide zusammen und hat eine Lauflänge von 200m auf 50g, das Knäuel kostet 13,90 Euro, >mehr Infos zum Garn hier. Es ist ein wenig feiner, strickt sich aber weg wie Butter und sieht sehr edel aus. Und weich ist es! Seide macht Garne ja immer so schön glatt und gibt einen feinen Schimmer, ich finde das gerade für Tücher immer toll.

Also habe ich erstmal eine kleine Maschenprobe gestrick, um herauszufinden, welche Nadelstärke für mich passt. Mit 4 sah das Gestrick bei mir etwas zu locker, so wurde es eine 3,5. Das ist natürlich sehr fein, aber ich denke, die Arbeit wird sich lohnen. Das Tuch muss später unbedingt gespannt werden, Ihr seht selber, dass das Gestrick momentan ein wenig unregelmässig aussieht. Das liegt nicht an mir, ich bin stricke eigentlich immer extrem gleichmässig, das macht hier einfach das Garn. Aber das wird sich dann mit dem Waschen und Spannen ganz schnell verlieren. Kennt Ihr die >Lazadas-Spanndrähte aus meinem Shop schon? Die sind zum Spannen von Tüchern perfekt, weil man damit ganz gerade Seitenkanten ohne Zipfel hinbekommt. Ich habe aktuell wieder alle Größen übrigens vorrätig.

Ich stricke übrigens mit meinen neuen Chiagoo-Nadeln und bin sehr happy damit. Bevor ich sie in den Shop aufnehme, wollte ich sie erst einmal in Ruhe testen und habe mir daher die Bambusnadeln sowie die Nadeln mit Metallspitzen mitgenommen. Die Bambusspitzen sind schön spitz, aber mit den Metallnadeln kann ich schneller stricken. Die Seile verdrehen sich nicht, sondern drehen sich in der Fassung mit, was ich sehr super finde. Das klappt übrigens auch bei ganz langen Seilen, ich hatte nämlich nochmal parallel in den letzten Tagen ein neues Julietuch auf den Nadeln und konnte das da ausprobieren.

Ich weiß aktuell noch nicht so genau, wieviel Garn ich insgesamt für das Tuch brauchen werde, 250 Gramm aber garantiert. Es muss also noch ein bisschen gestrickt werden. Ab morgen geht´s allerdings wieder in den Laden… ich hoffe, ich kann mir mein Stricktempo in den nächsten Tagen trotzdem beibehalten. Drückt mir die Daumen!

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