Auf den Nadeln
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Auf den Nadeln: Ley Lines von Joji Locatelli

Ley Lines von Joji Locatelli

Die Vorweihnachtszeit ist bekanntlich die anstrengenste Jahreszeit im Kalender. Denn es muss soooo viel erledigt werden, damit wir uns ab dem 24. Dezember endlich mal mal so richtig entspannen können. Und Weihnachten kommt ja auch immer so wahnsinnig überraschend… Wir Strickerinnen haben aber natürlich unsere Methoden, uns auch im größten Stress zu entspannen und stricken einfach erstmal ein paar Runden bei einer gemütlichen Tasse Tee. Geht Euch das auch so? Gerade dann, wenn man den größten Stress hat, hilft mir genau das immer am ehesten: ich mache es mir richtig schön auf dem Sofa gemütlich, schalte eine nette Serie ein und stricke und stricke und stricke….

An diesem Wochenende ist dann auch mein Ley Lines von Joji Locatelli endlich wieder ein großes Stück gewachsen! Dieses Tuch strickt sich so gemütlich weg, denn man muss nach den ersten Reihen nicht mehr in die Anleitung gucken und strickt einfach immer nur Reihe für Reihe immer weiter…  für mich ist das wie Meditation und dabei kann ich am besten entspannen und mich ausruhen. Und wenn das Ergebnis dabei auch noch hübsch wird, umso besser.

Ley Lines von Joji Locatelli

Den Ley Lines von Joji Locatelli hatte ich im Frühjahr bereits mal angenadelt und auch hier schon gezeigt. Er lag dann eine Weile und ndachdem ich dann die neue Variante hier neulich im Blog nochmal gepostet hatte, gab es viele Fragen nach der Anleitung und dem Garn. Jetzt bin ich zwar noch nicht ganz fertig, aber ich zeige Euch natürlich gerne ein bisschen mehr dazu, denn vielleicht möchte ja jemand mitstricken.

Joji Locatelli ist eine meiner derzeitigen Lieblingsstrickdesignerinnen. Sie lebt in Buenos Aires und macht ganz wundervolle, etwas modernerer und vor allem aber sehr abwechslungsreiche Designs für Oberteile, Tücher, Socken und Accessoires, wobei sie mit ihren Garnen und Farben eigentlich fast immer meinen eigenen persönlichen Geschmack trifft. Ihre Anleitungen gibt´s auf Ravelry, sie hat aber natürlich auch eine eigene Seite und sogar einen Shop, in dem sie ganz tolle Projekttaschen anbietet.

Foto: Joji Locatelli

Das Tuch hatte im Frühjahr eine Kundin an meinen Ladentagen mit dabei und mir gefielen die schönen langen Rippen sofort. Ich mag ja solche Rippenmuster immer sehr. Die Anleitugn ist ganz einfach: Man fängt an der Spitze an und nimmt pro Reihe immer eine Masche zu. Die Schrägen der Rippen entstehen dabei durch Zunahmen, bzw. Zusammenstricken von Maschen. Ganz simpel, aber sehr effektvoll. Die Rippen ziehen sich während des Strickens natürlich noch etwas zusammen, nach dem Waschen und Spannen wird das Tuch dann aber schön größ. Man kann die Größe auch selber noch variieren, indem man vor dem letzten Teil nochmal 80 (oder 160, 240, 320, etc.) Reihen extra strickt mit eben weiteren Zunahmen, bevor es dann an den letzten Teil des Tuches mit den Abnahmen geht. Ein schönes Tuch also auch für Strickanfänger und nicht so geübte Strickerinnen. Oder aber für die, die sich wie ich beim Stricken gerne entspannen. Einfache Anleitungen sehen außerdem gerade mit etwas edleren Garnen immer sehr edel aus, weil sie dem Garn genügend Raum bieten.

Ley Lines von Joji Locatelli Variante 1: Mit Ayni von Amano

Die allererste Version hatte ich dann im Frühjahr mit Ayni von Amano aus dem Shop angeschlagen. Entschieden hatte ich mich für die Farbe Quarzgrau.

Ayni ist ein traumhaft weiches Garn aus 80% Alpaka mit 20% Seide und einer Lauflänge von 50g/200m. Also perfekt für genauso ein Tuch, das ein so ein edles Garn besonders gut zur Geltung kommen lässt. Mir ist das aber leider zu dunkel geworden und so habe ich, nachdem ich etwas bei der Hälfte angelangt war, alles nochmal komplett aufgeribbelt.. Das war im März, damals hatten wir unseren Kater Theo noch, der beim Fotografieren unbedingt mit aufs Bild wollte.

Ley Lines von Joji Locatelli Variante 2: Mit Cheeky Merino Joy

Das Projekt lag dann erstmal eine Weile, bis ich es mir im Oktober dann nochmal neu vorgenommen hatte. Mir war mittlerweile nach ordentlich Farbe und ich entschied mich für Cheeky Merino Joy von Rosy Green in der Farbe Brombeersorbet. Wieder so ein superschönes Garn, aber irgendwie war es doch nicht das richtige, mir wurde es einfach zu beerig. Das ist zwar eine Farbe, die immer jedem steht, aber ich hatte mir gerade zwei neue Taschen gekauft: Die eine in Knallrot, die andere in Grün-Blau. Und meine Lieblingstasche ist Gelb mit Blau… dazu dann der Beerenton um den Hals gewickelt…. puh!

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Ich fand nun Grau also wieder viel toller, aber es sollte ein helleres sein, etwa so wie beim Originaltuch. Leider gab´s im Oktober die neuen Melange-Farben noch nicht, bei denen es ja jetzt ganz neu auch ein helleres Grau gibt, sonst hätte ich damit nochmal neu gestrickt. Zum Glück aber habe ich ja mit dem Häkelbüro den schönsten Wollstash überhaupt und habe eine supergroße Auswahl an Garnen und Farben direkt in meinem Büro! Das ist immer so großartig, wenn man tagein tagaus so viele schöne Garne immer um sich herum hat und sich davon etwas aussuchen kann. Und ich bin natürlich auch fündig geworden…

Ley Lines von Joji Locatelli Variante 3: Mit Alegria von Manos del Uruguay

Ich entschied mich nämlich einfach für Alegria von Manos del Uruguay. Alegria kennt Ihr wahrscheinlich in den mehrfarbigen Varianten. Als ich das Garn neu in den Shop aufgenommen hatte, hatte ich erstmal nur die bunten Varianten auf Lager, mittlerwiele habe ich aber auch verschiedene einfarbige Töne. Man kann mit Alegria Socken stricken, denn die Zusammensetzung ist 75 Prozent Merino und 25% Polyamid. Das Garn ist aber so superweich, dass man den Kunstfaseranteil überhaupt nicht spürt und irgendwie ist das Garn damit fast zu schade für Socken. Ich trage eigentlich Kunstfasern nicht so gerne am Hals, aber bei diesem Garn geht das absolut.

Alegria hat außerdem feine Ton-in-Ton-Verläufe, die schön lebendig wirken. Mir gefällt dieser Effekt sehr gut und vor allem ist da helle Grau einfach sehr schön und perfekt für meine Garderobe, bzw. für meine Taschen.

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Auf Instagram hatte ich schon ein paar Fotos neulich gezeigt und natürlich kam dann auch die Frage, ob es die Anleitung bei mir im Shop und da auch auch auf Deutsch gäbe und ob ich nicht wenigstens eine schreiben könnte. Leider nein, nein und nein. Ich habe mir die Anleitung selber privat auf Ravelry gekauft und da gibt es sie auch nur auf Englisch. Aber sie ist wirklich sehr einfach und man kann sie auch schnell übersetzen.

Man strickt nämlich tatsächlich nur rechte und linke Maschen. Außerdem nimmt man verschränkt zu und strickt ab und an mal zwei Maschen rechts oder links zusammen. Ansonsten muss man nur bis 80 zählen können und das war´s eigentlich auch schon. Wer Probleme mti englischen Anleitungen allgemein hat, kann hier mal nachlesen, denn hier habe ich ein paar praktische Tipps zum Umfang mit englischen Anleitungen gegeben: Englische Strickbegriffe oder: Keine Angst vor englischsprachigen Strickanleitungen

Damit kann man sich die Anleitung ruckzuck übersetzen und dann kann es auch schon losgehen. Das Tuch strickt sich praktisch blind, sobald man die drei Rippenstreifen angelegt hat, denn dann muss man auch erstmal nicht mehr zählen. Super easy, versprochen! Ich selber habe bei den Zunahmen außerdem eine kleine eigene Änderung gemacht und stricke alle Zunahmen nur rechts verschränkt, ich hatte sonst an der Zunahmestelle immer so ein kleines Löchlein, außerdem geht das etwas schneller.

Wieivel Garn benötigt man? Ich bin noch nicht ganz fertig, aber zweieinhalb Stränge Alegria oder Cheeky Merino Joy sollten wohl reichen. Wer mit handgefärbten Garn nachstricken möchte, sollte aber beim Garnwechsel unbedingt blenden, auch wenn die Stränge aus der gleichen Partie stammen. Also ein paar Reihen abwechselnd je eine Reihe mit dem alten und dann eine Reihe mit dem neuen Garn stricken, damit es keinen sichtbaren Farbübergang gibt.

Ich habe außedem von Staccato von Shibui noch ein paar Farben dazu gekauft. Weil das Garn einen Seidenanteil hat, wirkt das hübsche Rippenmuster hiermit noch etwas plastischer – sicher auch eine tolle Wahl für den Ley Lines.

Hier nochmal die Infos zu den Garnen.

Im Original wird mit eineinhalb Knäulen Wollmeise Pur gestrickt, damit wird das Tuch etwa 225m x 85cm groß. Schöne Alternativen wären:

Der Verbrauch ist abhängig von Eurer Maschenprobe. Ich stricke mit Stärke 3,5 und werde wohl 250g Alegria verbrauchen. Falls Ihr mit Alegria nachstricken wollt und nicht mehr genügend von Eurer Lieblingsfarbe da ist: Ab Januar gibt´s wieder Nachschub, ich bestelle erst nach Weihnachten wieder nach.

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2 Kommentare

  1. Alleinerziehende sagt

    Hi und vielen Dank für den interessanten Artikel und die tolle Webseite! Ich schaue fast täglich bei dir vorbei :-) Schön finde ich auch, dass alles perfekt über das Smartphone abrufbar ist. Vielleicht zum aktuellen Thema passend, was ich gerade entdeckt habe. Die schreiben, dass sie für jede Anmeldung einen Baum spenden (der dann wiederum ca. 10.000 Liter Sauerstoff / Tag produziert). Was halted ihr davon?

    Danke und LG,
    Jenny

    • Daniela sagt

      Hallo,

      ich weiß gerade nicht, was das mit den Bäumen mit meinem Strickprojekt zu tun hat? Dass Websites responsiv sind, ist ansonsten zum Glück seit einigen Jahren Standard.

      Viele Grüße!

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