Unser Vortrag “Yarnbombing, Social Commerce und die Craftistas” liegt nun auch schon wieder über eine Woche zurück – das Feedback, dass wir darauf erhalten hatten, war toll und wir haben uns wahnsinnig über das viele Lob gefreut. Natürlich war uns klar, dass wir einige Menschen mit unserem Thema erreichen würden, immerhin haben wir auf der re:publica und somit einer der größten Internetkonferenzen gesprochen, trotzdem war es grossartig, einen vollen Saal zu haben, in dem eben nicht nur Frauen, sondern mindestens 50% Männer saßen. Und auch während des Vortrags kamen immer mehr Menschen – bis der Saal schließlich wegen Überfüllung geschlossen werden musste. Das zeigt, dass das Thema Crafting eben nicht nur in unsere eigenen kleinen Filterblase oder in den unzähligen mehr oder weniger großen Gruppierungen, in denen sich Strickende, Häkelnde oder Nähende untereinander organisieren, sondern eben doch auch von allgemeinerem Interesse ist.
Auf den Artikel bei Heise hatte ich bereits verlinkt, daneben wird es in den nächsten Tagen noch eine Folge mit mir im Podcast “Steckdosengespräche” von Jörg geben. Ich habe außerdem noch einer Nachrichtenagentur ein langes Interview zum Thema Yarnbombing gegeben – wo das erscheinen wird, weiß ich allerdings noch nicht. Wir haben außerdem sehr viele sehr interessante Gespräche geführt – mit Burda oder dawanda zum Beispiel. Und Kiki hat natürlich auch schon in ihrem Blog berichtet.
Und auch auf Twitter gab es einiges an Feedback:

…………….
Angemerkt wurde aber auch, wir hätten das Thema mehr unter Gender-Aspekten beleuchten müssen:

Das hätten wir natürlich tun können – das war allerdings nicht unser Thema. Unser Fokus lag vorrangig auf den Bereichen Internet und Markt. Wir haben außerdem versucht, den Vortrag weitestgehend geschlechtsneutral zu halten – also eben nicht explizit von Frauen zu sprechen und somit das Thema als Frauen-Sache (gähn!) zu erklären. Das Problem war allerdings: Da, wo wir mit Statistiken arbeiteten, um eben das, was wir erzählen wollten, mit Zahlen zu unterlegen, gab es eben einfach nur Zahlen von Frauen. Als wir unsere Umfrage gemacht hatten, ging es uns ja auch auch so: Über 200 Frauen hatten mitgemacht, davon aber eben gerade mal vier Männer, obwohl wir uns vorab extra noch an Multiplikatoren der Männerstrick-Szene wie Lutz von Maleknitting.de gewandt hatten. Natürlich hätten wir auch gerne mehr erzählt, als wir es in dieser halben Stunden tun konnten – wir hatten dafür aber einfach keine Zeit. Eine halbe Stunde kann nämlich verdammt schnell herum sein. Aber: Die nächste re:publica steht vor der Tür und es spricht nichts dagegen, selber ein entsprechendes Panel zum Thema Gender und Crafting einzureichen.
Auch im Blog von Me Made Mittwoch wurde ähnliches moniert: Nachdem das eingereichte Panel “Wo sind eigentlich die Frauen? DIY-Blogs, der Me Made Mittwoch und die unsichtbare Macht im Internet” beim Call for Papers abgelehnt worden war, war man ein bisschen enttäuscht. Im Blog einer der MMM-Initiatorinnen, nämlich bei Allures und Coutoure, wurde über die Ablehnung unter den feministischen Näherinnen weiter diskutiert: “…ging ich fest davon aus, dass entweder wir oder jemand aus der (verallgemeinert) Blogsaloncommunity eingeladen werden muss – wenn nicht so, wer dann? Die Antwort hat mich ganz schön überrascht, denn es durften letztlich mir vollkommen unbekannte Bloggerinnen reden. Ich weiß, dass Bekanntheit nicht das zwingende Kriterium ist und nichts über die Qualität des Beitrags aussagen muss, aber in Sachen Repräsentanz fand ich es ganz ehrlich gesagt ziemlich shocking.” Das tut uns natürlich Leid – wir kannten den MMM bis dahin allerdings auch nicht und sind beide seit langen Jahren im Netz (in Blogs sowie bei Ravelry, Twitter, Facebook, Instagram oder Pinterest) aktiv, aber auch Mitglieder in verschiedenen Crafting-Gruppen in Wiesbaden und Köln und daneben über die Coworking-Szene, bzw. im Umkreis der Kölner Dingfabrik super vernetzt. Aber: Die nächste re:publica kommt bestimmt. Im MMM geht es daneben außerdem hauptsächlich ums Nähen und das war zu allem ja auch nicht das Thema, über das Kiki und ich berichten wollten.
Ich hatte in Berlin übrigens nicht den Eindruck, dass man sich nicht für bloggende Frauen oder die DIY-Szene interessiert, ganz im Gegenteil. Ich habe dort ein sehr aufgeschlossenes Publikum erlebt. Und was ich persönlich am tollsten fand: Dass nach unserem Panel viele Männer, die sich bisher nie mit dem Thema Crafting auseinander gesetzt hatten, zu uns kamen und sagten, wie interessant sie das gefunden hätten und dass sie vieles hätten mitnehmen können. Damit ist, wie irgendwo im Blog des MMM erwähnt wurde, das Thema spätestens in der Mitte angekommen – und genau das wollten Kiki und ich erreichen. Und nächstes Jahr gibt es sicher die Möglichkeit, das Thema DIY und Crafting auch aus anderen Blickwinkeln weiter zu beleuchten. Kritik ist gut, besser aber ist Selbermachen!
Ansonsten möchte ich aber auch aufs Yarncamp hinweisen, das am 15. September in Frankfurt stattfindet , denn hier kann jeder Themen einreichen. Nutzt das und macht mit! Ich werde auf jeden Fall auch in Frankfurt sein und würde mich sehr über entsprechende Beiträge freuen.
Natürlich freuen Kiki und ich uns auch in unseren Blogs über Euer Feedback: Was hat Euch gefallen, was nicht? Schreibt uns einfach!
Ähnliche Artikel zum Thema:
Unser Vortrag “Yarnbombing, Social Commerce und die Craftistas” liegt nun auch schon wieder über eine Woche zurück – das Feedback, dass wir darauf erhalten hatten, war toll und wir haben...