Stricken, Wochen-Inspiration
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Inspiration No. 137: Häkelanleitungen und Strickanleitungen finden – gute Quellen im Netz

Strickanleitungen finden

Es ist schon eine ganze Weile her, nämlich bald drei Jahre, dass ich Euch hier eine Auflistung mit guten Quellen für Strickanleitungen und Häkelanleitungen zusammengestellt hatte. Genaugenommen war das nämlich im Sommer 2014, puh! Als ich mir die Liste dann neulich nochmal näher angeguckt habe, fiel mir auf, dass sich seitdem einiges getan hat und sie daher gar nicht mehr aktuell ist. Also habe ich mich meinen alten Artikel ein bisschen überarbeitet. Denn das Thema Strickanleitungen finden ist ja nach wie vor ein Dauerbrenner für alle, die viel häkeln oder stricken und somit auch ein perfektes Thema für die neue Inspiration.

Dabei habe ich übrigens die damals noch verlinkten großen Plattformen wie DaWanda, Makerist, Loveknitting, Drops oder MyBoshi alle konsequent aus der Liste gestrichen. Zum Einen, weil Ihr die selber alle natürlich kennt. Zum anderen aber, weil es mir vor allem ein Anliegen ist, kleinere Anbieter und Designer zu unterstützen. Denn wenn man seine Designs über die großen Anbieter vertreibt, profitiert man zwar von deren Reichweite, muss aber eben auch einen Teil seiner Umsätze abtreten, denn diese Plattformen gibt es nicht, weil deren Betreiber das Handarbeiten so lieben, sondern weil sie Geld damit verdienen und nur noch größer werden möchten. Oft genug muss man als Designer zudem Knebelverträge unterzeichnen, die es nicht erlauben, die gleichen Anleitungen gleichzeitig auf eigenen Kanälen oder anderswo zu vertreiben. Also bevor Ihr dort kauft: Guckt lieber erstmal, ob Ihr die Anleitungen nicht auch direkt beim Designer bekommen könnt – damit unterstützt Ihr sie nämlich, weil sie an Eurem Einkauf 100% verdienen und fördert somit die Vielfalt. Das ist im Grunde übrigens nichts anderes, als wenn man eben lieber beim kleinen Buchhändler um die Ecke anstatt bei Amazon seine Bücher kauft.

1. Ravelry

Mein erster Tipp ist daher dann auch gleich Ravelry. Nach wie vor ist Ravelry die weltweit größte Strick-Community und einfach ein unumgänglicher Klassiker für alle, die das stricken und häkeln lieben und auf der Suche nach guten Anleitungen sind. Die Community wurde 2007 vom Ehepaar Casey und Jessica Forbes gegründet und zwar ganz ohne Gewinnabsichten und so ist es bis heute geblieben. Die Funktionen der Seite sind vielfältig: Man kann sich ein eigenes Profil anlegen und auf der eigenen Seite Fotos und Beschreibungen eigener Projekte hinterlegen.  So können dann auch andere Infos über Garne, Designs oder Designer finden – perfekt, wenn man mal gucken will, wer was aus welchem Garn gemacht hat oder wie die Anleitung XY von Designer Z bei anderen umgesetzt wurde. Daneben gibt es viele Gruppen und Foren. Diese können lokal oder thematisch orientiert sein, während aber auch viele Designer und Handfärber ihre eigenen Gruppen anbieten. Und daneben können hier eben auch Anleitungen nicht nur gekauft und in einer eigenen Bibliothek gesammelt werden. Viele Anleitungen sind übrigens auch gratis.

Die Möglichkeiten, Ravelry zu nutzen, sind riesig. Und Ravelry ist vor allem international und bietet somit die Möglichkeit, auch mal zu gucken, was anderswo so läuft. Das ist dann aber auch gleich für viele wieder ein Nachteil, denn Ravelry ist eigentlich englischsprachig. Zwar gibt es mittlerweile die Möglichkeit, auf Deutsch umzuswitchen, das mit den Übersetzungen funktioniert allerdings nicht durchgängig überall gut. Viele Designer allerdings bieten ihre Anleitungen mehrsprachig an – und wenn man mit der Übersetzung nicht klar kommt, gibt es sicher immer irgendwo Hilfe dazu. Die Qualität der Anleitungen ist außerdem recht hoch – vor allem, wenn man sie mit dem vergleicht, was man derzeit auf anderen Portalen teilweise so bekommt.

2. Pinterest

Eine ganz große Inspirationsquelle ist für mich ist nach wie vor Pinterest. Hier stöbere ich regelmässig durch die Boards. Man findet allerdings nicht immer Anleitungen – hier geht es eher um Anregungen, Muster und Links zu verschiedenen Blogs. Man muss ein bisschen Zeit mitbringen, wenn man bei Pinterest stöbert, bekommt dafür aber einen guten Überblick über aktuelle Trends und Neuheiten. Lieblings-Pins lassen sich außerdem in eigenen Boards ablegen und sortieren. Und natürlich kann man auch eigene Pins hochladen oder Boards mit Lieblings-Links anlegen.

Nachteil von Pinterest: Die Plattform ist riesig – man kann sich hier schnell verlieren und kommt beim Stöbern vom Hundersten ins Tausendste. Nachdem in den letzten zwei, drei Jahren außerdem ständig Neuerungen außerdem eingeführt wurden, finde ich Pinterest mittlerweile nicht mehr wirklich benutzerfreundlich. Und ein riesen Problem: Bilderklau! Pinterest wird gerne als Bilderbörse genutzt, zumal nach mehrfachem Teilen einzelner Fotos die ursprüngliche Quelle oft nur noch schwer auszumachen ist.

3. Instagram

Als ich meine Liste 2014 zusammengestellt hatte, hatte ich Instagram nicht mit genannt, dabei bin ich eigentlich schon seit 2010 dort unterwegs. Allerdings hatte ich mein Profil früher vorrangig für private Fotos genutzt, weniger für meine Kreativsachen. Das mache ich eigentlich erst seit einem halben Jahr intensiver. In den letzten zwei, drei Jahren hat sich viel getan bei Instagram – ich finde es teilweise ein bisschen schade, denn früher war das mal eine so schnuckelige App.

Mittlerweile gibt es zum Beispiel die Möglichkeit, sich einen Business-Account zuzulegen, für den man wie bei Facebook für mehr Funktionen zahlen kann. Oder die kleinen Filmchen, die man ganz ähnlich wie bei Snapchat hochladen kann und die dann nach 24 Stunden wieder von alleine verschwinden. Die sind übrigens fast immer ganz fürchterlich anzusehen – aber auch sehr unterhaltsam :) Was aber super ist: Man kann seine Fotos  mit Hashtags versehen und so ganz schnell zu bestimmten Themen Bilder oder User finden. Es gibt außerdem auch immer wieder bestimmte Aktionen, die unter extra angelegten Hashtags gesammelt werden wie aktuell zum Beispiel die #yarnlovechallenge. Typische Hashtags fürs Stricken und Häkeln sind zum Beispiel #knitting, #knittersofinstagram #stricken oder #knitstagram. Meine Sachen findet Ihr unter #gemachtmitliebeblog. Und mein Profil unter gemachtmitliebe.

4. Facebook

Auf Facebook gibt es eine sehr lebhafte Handarbeitsszene, die sich in unfassbar vielen Gruppen und Seiten verteilt hat. Gebt einfach mal bei der Suche nach Gruppen den Begriff Stricken ein – Ihr werdet Euch wundern. Ich selber habe natürlich auch eine Seite dort für Gemacht mit Liebe – das gehört einfach dazu. In den Gruppen selber bin ich allerdings gar nicht so aktiv, einfach, weil es mir immer ein bisschen zu viel ist, was man da alles zu sehen bekommt. Als Inspirationsquelle aber sicher ein super Tipp ansonsten!

5. Youtube

Gerade die professionellen Plattformen argumentieren oft, dass die Qualität der Youtube-Tutorials nicht gut sei, während die eigenen und mit viel Aufwand gedrehten Hochglanz-Videos sehr viel mehr zu bieten hätten. Die Videos sehen zwar sicher besser aus, das Niveau an Fachkenntnissen ist allerdings nicht unbedingt höher, ganz im Gegenteil. Ich habe da schon ganz ulkige Sachen gesehen… das liegt aber eben auch daran, dass für die Videos leider nicht immer Leute geholt werden, die wirklich gut stricken oder häkeln können, sondern eben die, die man günstig bekommen kann, denn solche Drehs sind einfach richtig teuer. Ehrlichgesagt, das Sockenstricken habe ich mir damals jedenfalls wunderbar mit Hilfe von Youtube beigebracht – die Videos waren zwar nicht so schick, aber dafür haben sich die Youtuber über die Clicks und ein paar Werbeeinnahmen gefreut. Und vor allem findet man hier vor allem Leute, die gerne ihre profunden Fachkenntnisse einfach nur weitergeben möchten. Caring is Sharing!

6. Strickdesigner

Fast alle Strickdesigner bieten ihre Designs auf ihren eigenen Blogs an oder informieren dort, wenn es etwas Neues gibt. Guckt also ruhig mal bei Melanie Berg, Janukke, Strickmich direkt vorbei und abonniert ihre Newsletter oder ihre Blogs. Wenn es etwas Neues gibt, hier werden solche Infos fast immer zuerst veröffentlicht. Meistens haben die Designer außerdem eigene Shops, in denen man nicht nur die Anleitungen, sondern oft auch  Material bekommt. Wie bei mir übrigens, auch wenn ich mich jetzt nicht in die Reihe dieser wirklich bekannten Strickdesignerinnen einreihen würde.

7. Blogs

Der absolute Klassiker und für mich nach wie vor Inspirationsquelle Nummer 1: Blogs lesen! Denn nicht nur Strickdesigner haben welche, sondern vor allem die, die die Sachen nachher umsetzen und in ihren Blogs zeigen. Und Blogs lesen heißt ja nicht nur Fotos gucken, meistens gibt es so viele schöne Geschichten dazu aus dem Leben der Blogger zu lesen. Bei vielen Blogs lese ich daher schon seit Jahren mit. Habt Ihr außerdem schon mal versucht, auf Facebook von einem bestimmten Designer oder Blogger eine ganz bestimmte Anleitung wieder zu finden, die ihr irgendwann mal gesehen habt? Eben. Social Networks sind super, aber was ihnen einfach fehlt, sind Möglichkeiten, Inhalte zu archivieren und zu kategorisieren. In einem Blog findet sich im Gegensatz dazu eigentlich immer alles wieder, allein schon, weil es immer eine gute Suchfunktion gibt. So viel ich selber seit Jahren im Netz unterwegs bin (ich hatte im Februar mein neunjähriges Twitter-Jubiläum) – Blogs mag ich einfach am liebsten.

Ich nutze übrigens seit Jahr und Tag einen Feedreader, nämlich Feedly. Dort laufen neue Artikel von meinen Lieblingsblogs automatisch ein und so verpasse ich nichts. Das geht aber zum Beispiel auch über Bloglovin. Und natürlich bieten fast alle Blogs Newsletter an. Ich habe auch einen, wobei meiner eigentlich kein echter ist, denn er informiert Euch eigentlich nur über neue Artikel im Blog, weil ich es ständig verpasse, ab und an einen echten aufzusetzen, in dem ich Euch die schönen Sachen aus meinem  Shop infomiere. Aber die findet Ihr hoffentlich auch so :) Also: Lest Blogs! Und kommentiert da auch ab und an, denn darüber freuen sich Blogger am meisten. Ich mich auch übrigens <3

Das waren also meine sieben Tipps für Inspirationsquellen – ich hoffe, ich habe dem ein oder anderem von Euch hiermit ein paar Tipps geben können. Schreibt mir Eure Tipps außerdem ruhig in die Kommentare, damit auch andere davon profitieren können!

Und die Wolle oben auf dem Foto? Das ist ein Merino-Seiden-Gemisch (100g/420m), das ich gestern gefärbt habe. Und morgen mache ich noch mehr davon :) Ich wünsche allen ein schönes Wochenende!

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Kategorie: Stricken, Wochen-Inspiration

von

Daniela Warndorf ist Autorin, freie Redakteurin und Bloggerin Seit 2012 schreibt sie bei Gemacht mit Liebe über das Häkeln, Stricken und Selbermachen und hat sich mit der Gründung ihres Shops für schöne Wolle und Strickkits einen Traum erfüllt. Seit 2017 ist Gemacht mit Liebe in einem hübschen Ladenlokal in Köln Sülz zuhause.

9 Kommentare

  1. Sockenlehrling sagt

    Vielen Dank für die Tipps. Möchte gerne mal Socken stricken können und werde mich mal ein wenig auf den besagten Quellen umschauen. Weiter so! :)

  2. So gerne ich mich auch bei Ravelry durch Anleitungen klicke – meine liebste Inspirationsquelle bleiben vorerst Strick-Blogs. Oft ist das Angebot auf Ravelry so groß, dass einem viele schöne Details einzelner Entwürfe gar nicht erst auffallen – für die genaue Betrachtung bieten Blogbeiträge da einfach ein besseres Forum.

  3. Anajana sagt

    Ich habe ravelry erst vor ca. 1,5 Jahren entdeckt. Das war für mich eine echte Offenbarung. Stricke seitdem soviel wie nie und meine Favoritenliste wird immer größer.

  4. Helga R. sagt

    Eine gute Quelle für kostenlose Strick- und Häkelanleitungen ist auch „Initiative Handarbeiten“.

  5. Gabi Fischer sagt

    Vieln Dank für die tolle Informationen. Werde es gleich bei Gelegenheit mal ausprobieren. Danke schön Daniela. :)

  6. Ich sollte mich doch endlich mal mit Ravelry beschäftigen – scheint da schon schöne Sachen zu geben. Bisher hab ich mir Muster und Anregungen (zum Häkeln, aber Strickmuster gibts da auch) bei Etsy geholt, die haben auch schöne Sachen, aber das meiste ist eben auch auf Englisch.

  7. Ein schöner informativer Artikel – und Makerist kannte ich noch nicht (werde ich mir gleich mal ansehen).
    LG
    Ingrid

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