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Übers Wolle wickeln

Seitdem ich mich so intensiv mit Wolle beschäftige, lerne ich wahnsinnig viel dazu. Eine der Sachen, die mich aber immer noch ständig ins Staunen bringt, ist: Wie unterschiedlich Garn sein kann, obwohl es aus dem gleichen Material ist. Das ist sehr faszinierend. Mir ist das heute erst wieder aufgefallen, als ich meine neuen Baumwoll-Bestände in die Regale eingeräumt habe.

Letztes Jahr, bevor ich den Shop hatte, habe ich eine Zeitlang Texte für einen großen Garnhersteller geschrieben – ich bin ja eigentlich vom Beruf her Texterin, bzw. Redakteurin. Ich habe davon ja hin und wieder erzählt, nicht zu viel allerdings, denn ich durfte über die neuen Garne ja leider vorab nichts verraten und musste auf den offiziellen Startschuss warten. Meine Aufgabe war es jedenfalls, für Kataloge und Prospekte zu schreiben, aber eben auch, neue Garnqualitäten zu betexten. Dafür bekam ich dann die Garne aus der neuen Saison ein halbes bis dreiviertel Jahr vorab zugeschickt, einfach, damit ich sie mir selber in Ruhe angucken und anfassen konnte. Das hat superviel Spaß gemacht – ich hatte nämlich nicht nur eine Menge Wolle daheim, sondern war außerdem Geheimnisträgerin. Und als Job war es natürlich auch cool. Und ich glaube, ich habe es auch ganz gut hinbekommen, denn ein halbes Jahr später habe ich dann meine Texte überall bei den großen Wollshops wiederfinden könnnen, bzw. sie dann auch teilweise für meinen eigenen Shop wieder eingesetzt – sozusagen, indem ich bei mir selber wieder abgeschrieben habe. Sehr abgedreht :)

Noch viel spannender war aber: Als ich die Garne zum Betexten hatte, hatten sie natürlich noch keine Banderolen, manchmal hießen sie sogar noch anders als später im Laden. Und ganz oft waren sie noch völlig anders gewickelt – man kann Knäule ja rund oder länglich wickeln, mal mehr, mal weniger locker. Tja, und dann ist es mir später tatsächlich mehrere Male passiert, dass ich die Garne, die ich während der Textphase in den Händen gehalten und ganz oft auch angestrickt hatte, später im Handel schlichtweg nicht mehr wieder erkannt habe. Dabei waren das sehr spezielle Garne teilweise, superdick, mit ganz besonderen Farben. Und ich habe lernen müssen, wie sehr Name, Verpackung und Wicklung die Art, wie man das fertige Produkt Wolle später wahrnimmt, unwahrscheinlich mit beeinflusst. Damit hatte ich so wirklich nicht gerechnet. Also nicht, dass ich von einem der “fertigen” Produkte enttäuscht gewesen wäre, ganz und gar nicht – die sahen im Laden aber eben alle nochmal so viel besser und wertiger aus als in meiner Textphase.

wollwickler 2

Ihr könnt das selber mal ausprobieren: Nehmt ein fertig gewickeltes Knäuel vom Händler und wickelt es mal mit dem Wollwickler um – man bekommt sofort einen völlig anderen Eindruck – das Garn wirkt sofort deutlich mehr “handmade” als industriell. Das funktioniert praktisch immer!

Selbstgewickelte Wolle ist immer etwas fester – die Anbieter wickeln ihre Garne dagegen gerne etwas luftiger, damit sie nach mehr aussehen und voluminöser wirken. Oft blöd beim Stricken oder Häkeln, wenn man den Faden gerne von innen nimmt, weil es meistens früher oder später Wollsalat gibt. Ich wickle fluffig gewickelte Wolle daher sehr oft einfach selber nochmal mit dem Wickler neu und mache ein eigenes Etikett dran – so lässt sie sich in meiner Schublade mit meiner privaten Wolle auch besser lagern. Und ich mag den Look auch mehr :)

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2 Kommentare

  1. Ute Kotulla sagt

    Hallo, Daniela, darf ich mal eine Frage stellen?
    Ich habe zwei Stränge zu einem Knäuel gewickelt. Also zwei Fäden. Ich möchte sie aber wieder zu zwei Knäuel zurück wickeln. Das gelingt mir leider nicht, weil sich die Fäden dauernd immer mehr verdrehen. Hast du eine Lösung für mich. Lieber Gruß Ute

    • Hallo Ute,

      ich fürchte, da hilft einfach nur mit Geduld wickeln. Vielleicht hast Du ja jemanden, der Dir dabei hilft, dann geht es sicher einfacher.

      Viel Glück!

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