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Einen Schal mit Rippenmuster stricken oder: Extralange Farbverläufe mit Puno von Lang Yarns

Den ganzen Tag lang habe ich einen riesen Berg an Paketen gepackt – zur Belohnung darf ich dafür heute Abend noch ein bisschen was bloggen. Und darauf freue ich mich schon den ganzen Tag, denn ich möchte Euch unbedingt noch meinen neuen Schal mit Rippenmuster zeigen. Einige haben ihn vielleicht schon auf Facebook oder Instagram gesehen, aber natürlich muss dazu ja auch noch etwas ins Blog. Zumal ich bei meinen tausend angefangenen Projekten immer froh bin, wenn auch mal wieder etwas fertig geworden ist und ich das hier zeigen kann. Aber das mit den tausend unfertigen Projekten ist eine andere Geschichte…

Einen Schal mit Rippenmuster stricken

Ich wollte ewig lange endlich mal wieder einen ganz einfachen Schal mit einem Rippenmuster stricken. Patentmuster machen mich beim Stricken irgendwie wahnsinnig, also habe ich mich für ein simples Rippenmuster entschieden, zumal einfache Rippen ein bisschen weniger Garn als Patent schlucken. Und ich wollte einfach auch mal wieder ein supereasy Projekt haben, nachdem gerade viel Lace gestrickt hatte. Wenn ich abends daheim bin, mag ich mich beim Stricken entspannen. Einfache Muster stricken ist für mich wie Meditation, mir hilft das beim Runterkommen. Der Schal bekam außerdem noch einen hübschen I-Cord-Rand und eine kleine Borte. Sehr schlicht also – aber genau darum auch so schön.

Merino Extrafein, Baby-Alpaka und Seide

Denn das gewählte Garn Puno ist allein schon so edel, dass es keine aufwenigen Muster braucht, um zu strahlen – das geht mit so einem einfachen Muster viel besser. Je hochwertiger das Garn, umso einfacher darf das Muster sein, aber wem erzähle ich das. Puno hat außerdem auch noch einen feinen Farbverlauf von Hell nach Dunkel, der auch nochmal für einen schönen Effekt sorgt.

Gestrickt habe ich mit einem einzigen Knäuel. Damit wurde mein Schal 170cm lang und etwa 25 bis 35cm breit, ein Rippenmuster zieht sich ja immer etwas zusammen.

Zwei Monate lang aufs Garn warten…

Das Garn hatte ich mir am Anfang des Herbstes für mich selber bestellt. Und das war auch eine gute Idee, denn den ganzen September und Oktober über war kaum ein einziges weiteres Knäuel von Lang zu bekommen, obwohl es ja erst im September ganz neu herausgebracht worden war. Es war wie verhext – ich guckte fast jeden Tag nach, ob was da ist, aber da tat sich einfach nix. Mein Ansprechpartner bei Lang hat mir dann erzählt, was los war: Weil das Garn ein bisschen teurer ist, gab es nur eine kleine Startauflage, denn man wollte bei Lang erstmal testen, ob es für so ein hochwertiges Garn überhaupt Interesse gibt. Tja, das Interesse fiel viel höher aus als erwartet und so war die erste kleine Auflage dann sehr, sehr schnell weg. Und die zweite auch, denn Lang kam mit Produzieren kaum mehr hinterher und einige von Euch mussten daher auch recht lange auf ihre Bestellungen hier im Shop warten.

Seit ein, zwei Wochen gibt es Puno aber endlich in größeren Mengen und ich bin sehr froh darüber – einmal für den Shop, aber auch, weil ich Euch nun eben endlich auch meinen Schal mal zeigen kann. Ich habe daraus nämlich ein kleines Strickkit gemacht, weil einige von Euch hier im Häkelbüro schon nach der Anleitung gefragt hatten. Etwas geübtere Stricker stricken sich den Schal vielleicht ohne Anleitung – aber nicht alle meine Leser sind ja Profis.

Die Sache mit den gefachten Garnen

Ich liebe Garne mit superlangen Verläufen. Die gibt es derzeit von vielen Anbietern, aber immer sind es eben gefachte Garne. Also Garne, bei denen mindestens drei Fäden parallel nebeneinander unverzwirnt herlaufen, an die dann nach und nach die einzelnen neuen Farben angeknotet werden, so dass durch das versetzte Anknoten Farbwechsel entstehen. Man fängt zum Beispiel mit vier Mal Lila an – das ergibt ein sattes Lila. Nach 20 Metern wird einer der lila Fäden gekappt und ein weißer angeknotet, nach weiteren 20 Meter wird der nächste Lila Faden gekappt und auch hier wieder Weiß angeknotet und so weiter und so fort – so wechseln dann nach und nach die Farben durch. Mit je mehr Farben man arbeitet, umso bunter wird das Ganze. Diese “Bobbel” liegen im Trend, denn damit kann man tolle Tücher mit interessanten Farbwechseln stricken. Es gibt sie aus verschiedenen Materialien – also Baumwolle, Kunstfaser, Mohair, Merino und mehr – Unic von Bergere de France ist zum Beispiel aus 100% Merino, Rellana Regenbogen und Lady Dees Traumgarne aus Baumwolle mit Polyamid, was sie eher zu Sommergarnen macht.

800 Meter auf einem 200g-Knäuel

Lang hat nun diesen Trend aufgegriffen, aber ganz neu umgesetzt: Puno besteht nämlich aus einem ganz normal verzwirnten Faden, ohne dass irgendwo geknotet worden wäre. Die sanften Farbverläufe entstehen hier durch Handbemalung und man sieht bei den Fotos vom Schal auch, dass dabei schöne, leicht changierende Effekte entstehen, die das Garn sehr lebendig wirken lasssen. Der lange Verlauf ist auch durch die lange Lauflänge des Knäuels möglich: Das ist nämlich 800 Meter lang und wiegt 200g.

Lang Yarns Puno

Daneben hat Lang auf eine hochwertige Zusammensetzung Wert gelegt. Puno besteht nämlich aus 55 Prozent Merino Extrafine, 30 Prozent Baby Alpaka und 15 Prozent Seide. Das macht das Garn sehr schön weich, ohne dass es dabei aber wie manche für mehr Weichheit locker verzwirnte Garne zu Pilling neigt. Die Seide sorgt außerdem für eine schöne Griffigkeit und einen schönen Fall. Puno ist leider nicht ganz günstig, denn so ein Knäuel kostet 49,90 Euro. Aber es sind eben auch 200 Gramm. Und das Stricken damit ist eine Freude.

Ich habe für meinen Schal übrigens genau ein Knäuel verstrickt und musste eben auch nur zwei Fäden vernähen, nämlich den vom Anfang und den vom Ende. Ich finde das bei Schals immer so richtig doof, wenn man da am Rand bei den Knäuelwechseln diese unschönen Nähte hat. Man kann das noch so sauber vernähen, man sieht es halt doch immer.

Im Shop: Strickkit Snaefall mit Garn und Anleitung

Tjaaaa, und eigentlich war der Schal für mich geplant gewesen. Ich habe nämlich keinen einzigen selbstgestrickten, was für jemanden, der einen Wollshop hat, irgendwie schon ein bisschen uncool ist. Tücher habe ich natürlich in allen Farben und Formen, aber keinen einzigen Schal. Der Kerl, den Ihr da oben auf dem Foto seht, ist mein Mann und der hat sich meinen Schal einfach für sich gesichert, weil er das Garn so toll fand. Vielleicht hätte ich mich bei der Farbwahl doch eher für das Pink entscheiden sollen, aber jetzt ist es wohl zu spät….  Snaefall ist also kein spezieller Männerschal, sondern einer, der Frauen mindestens genauso gut steht – mal gucken, vielleicht leihe ich ihn mir einfach mal aus, wenn ich morgens früher aus dem gehe als er :)

Wenn Ihr ihn nachstricken möchtet: Es gibt zum einen das Kit mit Garn und Anleitung – in der zeige ich dann auch nochmal mit Fotos, wie man den I-Cord-Rand strickt. Nadeln könnt Ihr Euch bei Bedarf extra dazu ordern. Ich empfehle Rundstricknadeln mit 80cm Länge und Nadelstärke 3. Garn und Nadeln gibt´s ansonsten auch einzeln, nicht jeder von Euch wird die Anleitung brauchen. Tipp: Wenn Ihr Puno einzeln bestellt, könnt Ihr Euch weiterhin gratis das Puno-Booklet mitschicken lassen, darin sind einige sehr coole Anleitungen.

Ich werde mir jetzt übrigens nochmal einen Schal mit Rippenmuster stricken. Nämlich den Snaefall in Grasgrün aus Loft,  sieht auch super aus. Den behalte ich aber auf mich. Auf jeden Fall!

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1 Kommentare

  1. Sonja L. sagt

    Hallo Daniela,

    das Garn ist ein Traum, ich hab´s auch gerade auf den Nadeln in Pink. Supersuperschön!

    Viele Grüße von Sonja

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