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Prym Ergonomics Nadelspiele: Der Test

Prym Ergonomics Nadelspiel

Heute stelle ich Euch die noch relativ neuen Prym Ergonomics Nadelspiele vor – ich habe sie nämlich nun endlich mal ausführlicher getestet. Hier mein Bericht…

Wer wie ich in den 80ern mit dem Stricken angefangen hat, wird sich noch erinnern: Damals wurde hauptsächlich mit den grauen Nadeln aus Aluminium gestrickt, eine Auswahl an Alternativen gab es eigentlich nicht wirklich. Seitdem hat sich viel getan. Mittlerweile gibt es Stricknadeln in einer riesigen Auswahl: Sie können aus neuen Metallen wie Karbon oder aus Kunststoff sein oder aber aus Hölzern wie Birke, Ebenholz oder Eukalyptus. Oft werden auch verschiedene Materialien miteinander gemixt – eine Holznadel erhält dann zum Beispiel eine Metallspitze. Und genauso, wie es verschiedene Farben oder Lacke gibt, gibt es auch sehr Nadelformen – sie sind nun nämlich nicht immer einfach nur rund, sondern können auch mal eckig daherkommen. Und auch bei der Form der Spitzen gibt es Varianten – mal etwas runder oder etwas spitzer für Lacestrickereien. Und nicht zuletzt wird es eine Vielfalt von Austauschsystemen angeboten, bei denen verschiedene Nadeln auf verschiedene Seile geschraubt werden können. Und Rundstricknadeln mit Kugellagern gibt´s auch! Man muss also längst nicht mehr zum Standardmodell greifen, sondern ganz nach Vorliebe oder aber nach Bedarf zu unterschiedlichen Modellen greifen. Und die Hersteller lassen sich ständig Neues einfallen.

Designernadeln mit Auszeichung

Anfang des Jahres brachte Prym neue Stricknadeln heraus, nämlich die Ergonomics Nadelspiele und Ergonomics Rundstricknadeln. Ergonomics – so nennt sich eine eigene Prym-Serie, unter der das Unternehmen seit 2007 immer wieder neue Produkte für den Handarbeitsbedarf entwickelt und auf dem Markt bringt. Dabei stehen eine gute Handhabung unter ergonomischen Gesichtspunkten und ein modernes Design im Vordergrund. Für die Serie gab es schon den Red Dot Design Award – ich hatte darüber vor zwei Jahren schon mal berichtet, als ich die damals neuen Prym Ergonomics Häkelnadeln vorgestellt hatte. Es war, bzw. ist gar nicht so einfach, diese neuen Stricknadeln zu bekommen, bei Prym gibt´s da nach wie vor Lieferschwierigkeiten. Im Sommer sollten sie nämlich im Handel sein, bei den Rundstricknadeln hat das aber leider bis heute noch immer nicht geklappt. Ich gucke immer wieder bei meinen Händlern, ob sie mittlerweile vorrätig sind, aber da tut sich leider nichts. Aber die Nadelspiele, die habe ich vorrätig seit ein paar Wochen und so konnte ich sie selber nun einfach mal testen. Und ich war neugierig darauf.

Das Material: Angenehm und biegsam

Das erste, was bei den Prym Ergonomics Nadelspielen auffällt: Die schöne hochwertige Verpackung in einer schicken Schachtel. Die Nadeln dann sind anders als man es sonst so kennt: Das Material ist nämlich ein sehr leichter Kunststoff, der ein wenig biegbar ist – vielleicht sogar ein wenig biegbarer als Bambusnadeln. Ich mag das ja beim Stricken, denn sehr harte Nadeln führen beim Stricken mit dem Nadelspiel bei mir eher schneller zu Ermüdungserscheinungen. Der Kunststoff selber fühlt sich warm an, wertig auch und hat einen ganz angenehmen Griff, ohne dass die Nadeln irgendwie rutschig wären. Bisher für mich schon mal alles Pluspunkte.

Die Form: Dreieckig statt rund

Auch neu ist die Form – die Nadeln sind nämlich dreieckig. Abgerundet zwar, aber eben dreieckig. Nachdem ich mit den viereckigen Cubics-Rundstricknadeln ja sehr gerne stricke, finde ich persönlich das dreieckige ein klein wenig sperrig in der Hand. Es stört mich jetzt nicht direkt, aber so richtig gemütlich fühlt es sich nicht an. Eine richtige Funktion kann ich dabei auch nicht erkennen, höchstens dass die Nadeln nicht so schnell vom Tisch kullern, wenn man sie ablegt. Es heißt immer, dass dreieckige oder viereckige Nadeln für ein gleichmässigeres Strickbild sorgen – da ich selber aber eh ein extrem gleichmässiges habe, kann ich das nicht wirklich beurteilen, meine Strickstücke sehen eigentlich eh schon immer aus wie mit der Maschine gestrickt. Die Länge dann ist standardmässig immer 20cm. Das wohl, weil viele, die neu mit dem Nadelspiel stricken, Angst haben, dass das Strickzeug von der Nadel rutschen könnte. Ganz ehrlich: Mir ist das noch nie passiert, auch ganz am Anfang meiner Sockenlaufbahn nicht. Ganz im Gegenteil finde ich 15cm als Länge  deutlich komfortabler, da man nicht so viel Herumgekreuze am Nadelende mit den anderen Nadeln hat. Vor allem, wenn man dann später Ferse oder Spitze strickt. Die Dreiecksform und die Länge sind für mich zwei kleine Minuspunkte, wobei ich mich damit aber eigentlich auch arrangieren kann. Die Nadeln selber liegen ansonsten wirklich sehr angenehm in der Hand.

Die Tropfenspitze

Das eigentlich Besondere an den Prym Ergonomics Nadelspielen dann aber ist die leicht tropfenförmige Spitze. Man kann das auf dem Foto ganz gut erkennen: Die Spitze verjüngt sich und endet dann in einem kleinem, etwas längeren Tropfen:

Damit soll auch wieder verhindert werden, dass das Strickstück von der Nadel rutscht. Das sieht schick aus, aber ehrlichgesagt: Mich selber nervt der Tropfen ein wenig, denn bei mir führt er dazu, dass ich beim Einstechen in die Maschen genauer darauf achten muss, dass sich mein Garn nicht teilt. Mit normalen Nadeln klappt das sehr viel besser und entsprechend kann ich dann auch schneller und vor allem blind stricken. Wer jetzt Neuling am Nadelspiel ist, wird das aber vielleicht anders sehen und könnte sich damit vielleicht etwas sicherer fühlen. Für mich persönlich ansonsten aber ist das eher ein Minus- als ein Pluspunkt.

Und außerdem…

Die blaue Farbe auf den Nadeln hat übrigens keine direkte Funktion und fühlt sich auch nicht irgendwie “grippig” an – bei den Häkelnadeln haben sie ja etwas Struktur und verhindern ein Rutschen. Hier ist das einfach nur Schmuck. Die Nadelstärke ist weder aufgedruckt oder eingestanzt. Das ist aber kein Problem, denn die Nadelstärke lässt sich problemlos mit einem normalen Nadelmaß ermitteln. Preislich bewegen sich die Nadeln übrigens im normalen Feld – die Spiele kosten je nach Stärke ab 6,80 Euro aufwärts. Diese Punkte kann ich also als neutral bewerten.

Mein Fazit

Alles in allem würde ich sagen, es sind durchaus sehr schicke und interessante Nadeln für Einsteiger oder vielleicht auch für Sammler wie mich, die gerne neue Materialien und Werkzeuge ausprobieren. Wer mit dem Nadelspiel schon gut umgehen kann, wird sie allerdings nicht unbedingt brauchen. Und um es zu lernen, muss man sie auch nicht haben – einmal mit einem normalen Nadelspiel in Ruhe an einem Paar Stulpen üben und dann klappt das schon. Ansonsten gilt aber natürlich: Jeder hat eigene Vorlieben und da ist es natürlich toll, dass es auf dem Markt praktisch für alle das passende Werkzeug gibt. Mit ollen Alu-Nadeln wie in den 80ern muss man jedenfalls nicht mehr stricken. Wer die Nadeln testen mag, ich habe natürlich ein paar im Shop vorrätig. Die Rundstricknadeln wird es auch noch irgendwann geben, aber ich weiß leider nach wie vor nicht, wann.

Ich hatte übrigens auf Facebook nach Eurer Meinung zu den Nadeln gefragt und da kamen noch einige interessante Aussagen zusammen. Bemängelt wurde zum Beispiel, dass sich die lila Farbe nach einer Weile abnutzt und einmal sind sogar die Tropfen vorne abgebrochen. Andere schwören auf die Spitzen – die seien zum Beispiel für Alpaka-Garne perfekt und würden ein sehr schönes Strickbild eregeben. Sehr geteilte Meinungen also! Wie sind Eure Erfahrungen? Schreibt gerne einen Kommentar dazu!

(Das Garn auf dem Foto: Alegria von Manos del Uruguay, Sockenwolle, in der Farbe Orchidea)

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4 Kommentare

  1. Vielen Lieben Dank für Dein ehrliches Feedback zu unseren Nadeln! Wir geben es weiter! Sollte sich Farbe ablösen oder Spitzen brechen könnt Ihr euch immer gerne an uns wenden! Wir kümmern uns um das Problem, denn die Qualität unserer Wäre liegt uns am Herzen und wir wollen, dass Ihr mit einwandfreien Nadeln stricken könnt!

    Zu den Rundstricknadeln liefern wir momentan alle Größen ab 4,5mm aus.

  2. Ich mag diese Nadeln auch sehr. Da ich lieber mit 15 cm stricke benutze ich jetzt wieder meine Zing für Socken.Für ganz dicke Wolle finde ich die Rundstricknadel sehr angenehmer und gelenkschonender. Ich habe Arthritis im Daumengelenk und benutze nur noch diese für die dicke Wolle…..

  3. Frau Maus sagt

    Ich durfte die Nadeln ja letztes Jahr in Berlin testen und bin nach wie vor begeistert. Ich habe auch die Rundnadeln hier und nutze die wegen der Tropfenspitze sehr gern bei gefachten Garnen. Mittlerweile habe ich eine Sammlung an Nadeln, wie wohl alle, die gern stricken, und nutze je nach Garn andere Nadeln. Die Prym mag ich sehr, da bei meiner Strickart das Garn gut gleitet und die Nadeln sehr leicht sind.

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