Das Strickcafé
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Inspiration 128: Zwischen den Jahren

Zwischen den Jahren – das ist einer dieser Begriffe, die ich ganz besonders mag. Natürlich kann man genau genommen nicht “zwischen den Jahren” sein, denn das eine Jahr endet einfach und dann beginnt das neue und dazwischen gibt es keine Pause. Für mich beschreibt “Zwischen den Jahren sein” aber auch so etwas wie einen angenehmen Schwebezustand: Die hektische Weihnachtszeit ist herum, es gibt nicht wirklich viel zu tun und die Luft ist auch ein bisschen raus. Man lebt in den Tag hinein und kann sich einfach mal treiben lassen. Für mich ist das fast die schönste Zeit im Jahr, denn hier kann man ganz wunderbar loslassen und sich mal wieder erden. Keine Termine, keine Pläne, dafür viel Zeit zu zweit. Und man kann wunderbar auch mal bis mittags um zwei im Schlafanzug am Schreibtisch sitzen wie ich es heute einfach mal mache…  Gearbeitet habe ich trotzdem ein bisschen: ich habe heute ein paar neue Garne für den Shop ausgewählt und eingekauft, an neuen Anleitungen gebastelt und hier im Homeoffice-Büro ein wenig Ordnung gemacht. Und dann wäre da ja noch die neuen Inspiration, die ich gerade angefangen habe zu schreiben.

Mittlerweile sind wir bei Nummer 128 angelangt und hätte ich, als ich 2012 mit dieser Serie angefangen habe, regelmässiger meine Wochen-Inspirationen geschrieben, wären es noch viel mehr Folgen geworden. Könnt Ihr Euch noch daran erinnern? Sicher gibt es hier einige Leser, die bereits 2012 bei mir in diesem Blog oder in meinen alten Blogs mitgelesen haben, oder? Die Beiträge waren noch deutlich kürzer, es gab weniger Fotos und vor allem aber ging es manchmal Wochen, bis eine neue Folge erschien. Und ich war soweit ich weiß sogar die erste deutsche Strickbloggerin, die eine solche Linkschau im Blog veröffentlichte. Die meisten Blogs schrieben nämlich vor allem über eigene Projekte und nutzen die Blogs als Schaufenster, um anderen zu zeigen, was sie so gestrickt hatten. Gezeigt habe ich von Anfang natürlich auch im Blog, und zwar gerne in meiner Kategorie  “Auf den Nadeln”, die es dann auch bald als Hashtag auf Instagram gab.

Um ehrlich zu sein: Die erste zu sein, war nicht besonders schwierig, denn es gab ja auch sehr viel weniger Handarbeitsblogs als heute. Viele, die heute etwas bekannter sind, waren noch gar nicht am Start. Die Szene war somit deutlich überschaubarer – in Deutschland jedenfalls. Denn in den USA, Großbritannien oder zum Beispiel Spanien gab es eine sehr viel lebhaftere und vor allem deutlich präsentere Blogger-Community, die sich zusätzlich über Ravelry intensiv miteinander vernetzt hatte. Und Linksammlungen zu veröffentlichen habe ich mir außerdem natürlich auch nicht ausgedacht, das gab es schon lange davor, denn bereits die ersten Blogs, die in den 90ern an den Start gegangen waren, taten anfangs gar nichts anderes. Andere Möglichkeiten, Infos mit einer breiteren Öffentlichkeit zu teilen gab es außer über E-Mail-Verteiler ja auch kaum, Mikro-Blogging-Plattformen wie Twitter, Facebook, Instagram oder Pinterest kamen ja erst viel später auf. Wer sich übrigens für die Geschichte der Weblogs interessiert: Ich habe 2012, als ich noch Beraterin für Digitale Kommunikation war, mal einen Beitrag dazu für Carta geschrieben: Die Geschichte des Weblogs.

Mit meiner Linkschau ging es mir von Anfang an übrigens nie darum, über mich zu schreiben. Ich wollte viel mehr zeigen, dass die Crafting-Szene sehr viel größer, bunter und vor allem internationaler ist, als man es bis dahin in den deutschen Blogs wahrnehmen hat können. Denn dass es in England, den USA oder Spanien eine viel buntere, lebhaftere Handarbeitszene gab, die auch in der Öffentlichkeit viel positiver wahrgenommen wurde, bekam man hier als Außenstehender gar nicht so wirklich mit. Mittlerweile habe ich natürlich sehr viel mehr Leser als Anfang 2012 und natürlich hat sich auch mein Blog weiterentwickelt und verändert. Viele neue Strickblogs kamen außerdem in den letzten Jahren dazu und längst bin ich auch nicht mehr die einzige, die eine solche Linkschau Woche für Woche zusammenstellt. Aber ich bin sehr stolz darauf, dass ich damals so etwas wie Wegbereiterin für diese Entwicklung war.

Und das Schöne ist: Auch wenn es solche Linkschauen in vielen Blogs gibt, die teilweise dann auch alle noch zum gleichen Termin veröffentlicht werden – die Beiträge sind ja doch immer sehr unterschiedlich. Jeder hat einen eigenen Stil und vor allem ein anderes Empfinden darüber, was er als relevant und interessant empfindet. So bekommt man als Leser eine super Übersicht und vor allem viel, viel Input. Und das tut unserer deutschen Crafting-Community gut. Denn je mehr übers Häkeln, Stricken und Selbermachen schreiben, umso mehr sieht man in der Öffentlichkeit, wie groß und bunt diese Szene ist. Blogs sind außerdem eine feine Sache: Alles, was man hier veröffentlicht, bleibt nicht nur, es ist auch im Netz deutlich besser zu finden als Beiträge auf Facebook, Instagram und Co, allein schon weil Blogs Such-, Archiv- und Kategoriefunktionen haben. Vor allem aber gehören einem die Beiträge für immer, während Facebook und Co. ohne weiteres einfach irgendwann mal schließen können. Bei mir geht es im neuen Jahr jedenfalls mit der wöchentlichen Inspiration wie gehabt weiter. Und ich freue mich auch schon darauf.

Aber jetzt gehe ich erstmal hoch ins Wohnzimmer und stricke ein bisschen am neuen Tuch weiter. Und das wird wunderschön! Ich wünsche Euch schöne, faule Tage :-)

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5 Kommentare

  1. Bettina B. sagt

    Hach, ich kann mich den anderen nur anschließen. Ich bin begeisterte Mitleserin und freue mich jedes Wochenende auf Deine tolle Inspiration. Ich habe mir zu Weihnachten das Strickset Frida gestrickt und bin auch hier völlig begeistert – das ist so eine tolle Wolle. Und die Anleitung ist wie immer top!

  2. Susanne sagt

    Hallo! Ich möchte an dieser Stelle mal Danke für die vielen tollen Beiträge sagen! Ich lese seit etwa zwei Jahren bei Dir mit und liebe Deinen Blog! Ich finde bei Dir immer so viele wunderbare Anregungen. Bitte mach weiter so! Ich wünsche Dir und Deinen Lieben entspannte Tage und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

  3. Martina L. sagt

    Ja, ich kenne das auch sehr gut. Eine schöne Zeit, die man gut nutzen kann, um an aktuellen Projekten weiterzuarbeiten :-) Ich stricke gerade Dein wunderschönes Flauschtuch aus dem herrlichen Mohair-Luxe-Garn in der Farbe Anthrazit und komme gut voran – mit etwas Glück ist es am Wochenende fertig. Vielen Dank auch von mir für die wöchentliche Dosis Inspiration, die Du mit uns teilst – für mich ist es jedes Wochenende eine große Freude, als erstes bei Dir im Blog vorbeizugucken und in den Links herumzulesen.

  4. Angela sagt

    Liebe Daniela,

    ich lese hier schon von Anfang an mit und freue mich jede Woche aufs Neue auf Deine Wochen-Inspiration. Du hast immer so viele spannende Sache verlinkt, daß es mir immer eine große Freude ist, in Deinen Links zu stöbern. Weiter so!

    Herzliche Grüße, Angela

  5. Liebe Daniela,
    das mit dem “zwischen den Jahren” stimmt. Auch ich habe das Gefühl etwas vor mich hinzudümpeln, etwas planlos durch den Tag zu treiben schwerelos, losgelöst von allem. Noch müssen keine Pläne für 2017 umgesetzt werden und eigentlich ist 2016 längst abgeschlossen. Das reichen Wolle und Häkelnadel (und unsere neue Katze)…
    Komme gut ins neue Jahr!
    Marjan

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