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Unterwegs auf der h+h Cologne 2013

Und außerdem war ich ja noch auf der h+h Cologne 2013 , der Internationalen Fachmesse für Handarbeit und Hobby, und darüber muss ich hier natürlich unbedingt noch berichten! Der Frech-Verlag hatte einige Blogger eingeladen, um als „Trend-Spione“ auf der Messe nach neuen Trends zu suchen und das habe ich natürlich sehr gerne gemacht. Ich war in diesem Jahr nicht nur zum ersten Mal auf der h+h Cologne, sondern überhaupt zum ersten Mal in Köln auf einer Messe, obwohl ich nun schon fast drei Jahre hier wohne – insofern habe ich mich also gleich doppelt über die Tickets gefreut. Und auch wenn mir nach dem Messetag die Füße so richtig schön weh getan haben: Es hat sich gelohnt, denn ich habe viele spannende Dinge gesehen.

Die h+h Cologne 2013 –  Mehr Aussteller, mehr Besucher!

Die h+h Cologne 2013 ist eine Fachmesse. Das bedeutet: Diese Messe richtet sich nicht an Endverbraucher, sondern ist ausschließlich für Händler, die sich über neue Materialien und Produkte informieren und eventuell auch gleich bestellen möchten. Sich selber mit Wolle und anderen Produkten eindecken war also leider nicht möglich. Ich fand das allerdings ganz angenehm, denn ich hätte sonst sicher ziemlich viel Geld dort gelassen. Zu den Zahlen: In diesem Jahr waren 321 Aussteller aus 37 Ländern vor Ort, außerdem kamen über 120 000 Fachbesucher – eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr (275 Aussteller aus 34 Ländern sowie 11 353 Fachbesucher), die deutlich zeigt, dass die Messe nicht nur eine der bedeutendsten Fachmessen der Branche ist, sondern dass es immer mehr Interesse an Handgemachten und am Machen und somit eben auch einen immer größeren Bedarf an entsprechendem Produkten gibt. Und das ist gut!

Die Stände verteilten sich auf zwei Etagen. Während es im oberen Bereich eher um Sticken, Häkeln, Nähen und andere Handarbeitstechniken sowie Handarbeitsmaterialien ging, drehte sich in der unteren Halle alles hauptsächlich um die Wolle. Komisch war teilweise die Reaktion an einigen Ständen, wenn man auf die Frage, für welches  Unternehmen man unterwegs sei, antwortete, man sei als Blogger da, um über neue Trends zu schreiben. Einige Aussteller reagierten daraufhin knapp und verloren schlagartig das Interesse, andere dagegen waren superfreundlich und versorgten einen mit Prospekten, Informationen und Geschenken, weil sie erkannt hatten, dass Blogger eben auch immer wichtige Multiplikatoren sind.

Hier aber nun meine ganz persönlichen Messe-Highlights:

Trend 1: Neue Materialien

Interessiert war ich sehr an neuen Materialien fürs Häkeln und habe dann auch prompt etwas Tolles gefunden: Das Papiergarn des chinesischen Anbieters Long-Chung, mit dem sich großartige Dinge machen lassen. Papiergarne sind nicht ganz  neu, im Handel habe ich sie bisher allerdings nie wahrgenommen und ich könnte mir vorstellen, dass sie speziell fürs Häkeln ein ganz heißer Trend werden könnten. Der Vorteil an Papergarn ist nämlich, dass es trotz der sehr festen Struktur, die beinahe an Kunststoff erinnert, sehr leicht ist. Ideal für Taschen!

An einem anderen Stand habe ich übrigens tatsächlich echtes Plastikgarn gesehen – vielleicht interessant, um damit Outdoor-Accessoires herzustellen. Ich fand allerdings, dass es sich recht unangenehm anfasste. Die Farben waren außerdem auch nicht gerade einladend und auch am Stand selber schien nicht recht zu wissen, was man mit diesem Material machen soll, Beispiele wurden jedenfalls keine gezeigt. Witzig außerdem: Metallic-Nähgarn!

Trend 2: Gehäkelte Mützen, Mützen und nochmals Mützen!

Nach wie ganz groß im Trend: Gehäkelte Mützen aus dickem Garn! Nachdem die beiden Jungs von My Boshi, Felix Rohland und Thomas Jaenisch, Häkeln im Boshi-Style in diesem Winter unglaublich populär gemacht haben, ziehen natürlich auch andere Anbieter nach und setzen auf dicke Garnqualitäten in bunten Farben für Mützen oder versuchen, das Konzept von My Boshi anders nachzuahmen. Ich weiß nicht, wieviele Mützen ich auf der Messe gesehen habe, es waren jedenfalls sehr, sehr, sehr viele,  fast jeder größere Anbieter präsentierte bunte Mützen auf seiner Ausstellungsfläche.

Die My-Boshi-Bücher werden übrigens vom Frech-Verlag verlegt, dort am Stand waren  Rohland und Thomas auch anwesend. Ich habe sogar ein Exemplar vom neuen My-Boshi-Buch geschenkt bekommen. Über die Mützen wurde übrigens noch heiß diskutiert – kritisiert wurde, dass die My-Boshi-Garne ja aus Acryl sind, worunter man schnell schwitzt, während Acrylgarn natürlich nicht so wertig wie echte Wolle ist. Ich muss sagen, ich selber würde mir auch nicht unbedingt eine Acylmütze aufsetzen wollen, aber man kann ja auch einfach ein anderes Garn verwenden. Was ich an My Boshi dafür klasse finde: Häkeln ist dadurch wieder richtig populär geworden – auch für Jungs!

Trend 3: Dicke Garne!

Nicht nur beim Häkeln waren dicke Garne im Winter 2012/2013 absolut im Trend, sondern natürlich auch beim Stricken. Auch auf der h+h Cologne gab es überall viele dicke Garne zu sehen, der Trend wird also auch im nächsten Winter einer bleiben. Dass dickes Garn so beliebt ist, hat sicher vor allem damit zu tun, dass jetzt so viele Leute neu mit dem Stricken und Häkeln angefangen haben, bzw. immer mehr Newbies das Handarbeiten für sich entdecken, denn mit dicker Wolle ist ein Schal oder eine Mütze eben auch schnell fertig und man hat ein Erfolgserlebnis.

Trend 4: Sets für Newbies

Passend für diese Zielgruppe gab es dann auch viele Anfänger-Häkelsets zu sehen.

Wenn diese nach und nach im Handel auftauchen, wird es sicher viele weitere Newbies dazu bringen, zur Nadel zu greifen. Häkeln ist also auch in diesem Jahr allgemein ein ganz heißer Trend.

 Trend 5: Lustige Hilfsmittel

Dass Anfänger eine wichtige Zielgruppe für den Handel sind, war auch daran zu sehen, dass es an vielen Ständen Hilfsmitteln fürs Stricken und Häkeln angeboten wurden. Damit lassen sich lange Strickschläuche kurbeln, Häkelblumen zum Aufnähen fädeln oder sogar Körbe aus Wolle flechten, ohne dass dafür aber besondere Kenntnisse nötig wären.

Weil ich absurde Apparate mag, fand ich das ganz interessant, benutzen würde ich solche Geräte allerdings eher weniger. Trotzdem war das einer meiner Trends.

 Trend 6: Knallfarben

Mein Eindruck ist immer, dass es beim Häkeln allgemein etwas bunter als beim Stricken zugeht. Auf der Messe trieben es allerdings auch die Stricker etwas bunter. Regia von Schachenmayr setzt zum Beispiel auf Neon-Quietschfarben. Auch ganz schön bunt: Die Sockenwolle “Adventure” von Regia.

Auch sonst ging es farbenfroh zu, meistens aber waren die Farben dann etwas mehr Ton in Ton ausgerichtet. Sehr gut gefallen hat mir “Einband”, eine isländische Schurwolle, die es in allen Regenbogenfarben gibt. Das Kleid war allerdings ganz fürchterlich kratzig und ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand so etwas länger als fünf Minuten tragen kann.

 Trend 7: Nadeln, Nadeln, Nadeln!

Ich kann mich noch gut daran erinnern: Als ich ein Kind war, bewahrte meine Mutter alle ihre Strick- und Häkelnadeln in einem selbstgenähten roten Utensilo im Schrank auf – die Stricknadeln alle aus grauem Metall mit metallenen Knubbeln an den Enden, die Häkelnadeln waren zwar bunt, aber es gab eigentlich nur eine Sorte Nadeln. Das hat sich völlig verändert, denn mittlerweile gibt es Strick- und Häkelnadeln aus den verschiedensten Materialien in allen Farben und mit unterschiedlichen Spitzen. Aber nicht nur neue Materialien und Farben sind stark im Trend, sondern auch Sets für unterwegs, in denen man verschiedene Nadeln und weitere  Utensilien, die man braucht, übersichtlich unterbringen kann. Gehäkelt und gestrickt wird nämlich längst nicht mehr nur zuhause, denn die Crafter sind mobil geworden und treffen sich gerne mit anderen zum gemeinsamen Stricken und Häkeln!

 Meine persönlichen Highlights

Auch wenn nicht alle der Trends etwas für mich sind, habe ich viele Inspirationen und Ideen auf der h+h Cologne für mich entdecken können, die ich hier noch kurz aufzählen möchte: Da war zum einen das oben erwähnte Papiergarn, das ich unbedingt bald ausprobieren möchte. Großartig fand ich bunten Taschengriffe aus Kunstleder. Dann waren da das Buch über die japanische Sticktechnik und die bedruckten Canvasstoffe von Kokka. Und natürlich last, but not least: Die coolen Magnete, Karten und Buttons von Strickimicki!

Für mich war es ein ein toller Tag auf der h+h Cologne 2013 –  ich habe viele interessante Sachen gesehen und einiges an Ideen mit nach Hause nehmen können. Dem Frech-Verlag also nochmals vielen Dank für das Ticket und für die herzliche Betreuung!

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2 Kommentare

  1. Anny sagt

    Orrrr, was habt ihr für schöne Messen in Köln. Bin ganz neidisch.

    Ich hab grade darüber nachgeacht, mal wieder ein paar Tüten in scheiben zu schneiden, weil ich überlegte, was im Haus ich als große Stiftdose missbrauchen könnte. Da fiel mir ein, häkel Dir doch eine.
    Dieses Kunststoffgarn würde mich echt interessieren. Im Gegensatz zu den Leuten am Stand hab ich nämlich eine Menge Ideen insofern die Farbe Lichtbeständig ist.
    Mülltüten die ich dafür benutzt habe, haben sich als nicht Sonnen und Wetterfest erwiesen. Sind in recht kurzer Zeit im Garten weiß geworden.
    Echt blöd, wenn man ein Windspiel aus Blumen gemacht hat.

    • Ich habe schon ewig vor, mal mit Wäscheleine zu häkeln – daraus lassen sich sicher tolle Körbe machen! Ansonsten habe ich neulich mal verschiedene Paketgarne und Kunstbast getestet – ließ sich super verarbeiten. Wie es da mit der Wetterbeständigkeit aussieht, kann ich schlecht sagen, aber ein Versuch wäre es wert.

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