Neues aus dem Maschinenraum
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Hallo Juli!

Mit dem Juli hat die erste Woche meiner Sommerpause begonnen! Seit Sonntagnachmittag ist mein Shop geschlossen und man kann tatsächlich erst einmal nicht bestellen bis zum 6. August. Und auch, wenn es ein seltsames Gefühl für mich ist und sich sehr, sehr ungewohnt anfühlt: Es war dringend mal nötig!

In den meisten Wollgeschäften und Shops ist es ja so, dass die neue Saison nach den Sommerferien mit dem September startet und dann etwa bis März auf Hochtouren läuft, bevor es dann bis zum Sommer hin wieder ein wenig ruhiger wird. Einige haben dann ein richtiges Sommerloch, in dem fast nichts los ist. Bei mir gab es das bisher nie so wirklich, gerade zu den Sommerferien hin wurde in den letzten Jahren in der Regel nochmal extra viel bestellt und ich hatte jedes Jahr Schwierigkeiten, für meinen eigenen Urlaub ein gutes Fenster zu finden, in dem ich dann auch mal zwei Wochen weg konnte. Und wenn ich dann wieder kam, ging es gleich ziemlich hektisch mit dem Herbst los. In diesem Jahr brachte Corona das ein bischen durcheinander. Denn da waren der April, der Mai und der Juni und ich habe noch nie soooooooooooo viele Pakete verpackt und verschickt wie in diesen Wochen!

Allein das zu wuppen, ist mehr als anstrengend. Aber  hier gab es nochmal extra erschwerte Bedingungen. Im April musste ich alleine arbeiten und im Mai und Juni konnte immer nur eine Person im Lager arbeiten, bzw. überhaupt im Shop sein, einfach, um unsere Gesundheit zu schützen. Dann die Lieferschwierigkeiten bei den meisten Anbietern, die teilweise bis heute noch da sind, weil Wolle fast immer irgendwo im Ausland oder sogar auf anderen Kontinenten hergestellt wird, wo es derzeit wegen Corona eben immer noch oder wieder Lockdowns Probleme gibt. Schließlich das Heckmeck mit DHL und Co, die zu wenige Fahrer und zu wenige Autos hatten, um mit dem allgemeinen Mehr an Paketen auf den Straßen zurecht zu kommen in einer Zeit, in der ein drei bis vierfaches vom Weihnachtsvolumen an Paketen unterwegs war. Die vielen ermüdenden Diskussionen mit den Fahrern zum Thema Maske tragen. Und leider auch bei einigen, aber zum Glück sehr wenigen, Kunden, das Unverständnis, warum bei mir keine Ladentage mehr stattfinden und auch keine persönliche Abholung oder Umtausch vor Ort möglich ist oder warum manche Pakete nicht, wie man es von Amazon gewohnt ist, in zwei Tagen da ist oder manche Sachen nicht lieferbar sind. Das war in einigen Fällen etwas schwierig, zum Glück waren das aber nur Ausnahmen. Ich habe ansonsten wirklich tolle Kundinnen, die unkompliziert und freundlich sind und wenn das so nicht wäre, hätte ich meinen Shop schon lang zu gemacht. Trotzdem, auch wenn es nur ein kleiner Prozentsatz ist: Mich hat das teilweise zu all dem Stress leider zusätzlich belastet. Aber das gehört halt auch dazu.

Gemacht mit Liebe ist eben einfach ein ganz, ganz kleines Unternehmen und kein Großkonzern – entsprechend wird hier nicht gearbeitet, als wäre man bei Amazon. Hier ist alles sehr persönlich und die allermeiste Arbeit im Shop macht genau eine Person hier, nämlich ich. Und ich habe eben nur zwei Arme und zwei Beine, meistens jedenfalls. Und klar, auch für mich privat waren die letzten Wochen eine stete Berg- und Talfahrt der Gefühle. Es flossen viele, viele Tränen: Die kleine Katze ist am ersten Wochenende des Lockdowns von einem Auto überfahren worden und das war unendlich traurig und schlimm für mich. Ich gehöre außerdem zur Hochrisikogruppe, was Corona angeht und muss wirklich höllisch aufpassen, dass ich mich nicht anstecke. Und nicht zuletzt:  er Mann ist wie ich selbständig. Und natürlich macht man sich in solchen Zeiten Sorgen, ob das alles gut ausgeht. Das macht manchmal mehr, manchmal weniger Angst, ist aber definitiv durchgehend eine Belastung und anstrengend. Bisher ist aber alles gut gegangen und bis auf die Sache mit der Katze geht es uns gut. Dafür bin ich dankbar.

Die letzten Wochen und Monate waren also heftig, ich habe nämlich praktisch von Herbst an bis jetzt durchgepowert, mehr oder weniger ohne Pause. Meine Knie haben sich jedenfalls mittlerweile mehrfach beschwert, mein Ellbogen schmerzt jedes Mal, wenn ich was Schweres hebe oder eine Wollbox aus dem Regal hieve und einmal hatte ich morgens das Rad vorm Laden abgestellt, die Tür aufgeschlossen, den Schlüssel abgezogen und dann die Tasche aus dem Fahrradkorb geholt, um dann entsetzt vor der offenen, angelehnten Tür zu stehen, weil ich der Meinung war, dass das Einbrecher waren. Ich hatte schlichtweg nach bereits einer Minute vergessen, dass ich die Türe gerade erst selber aufgeschlossen hatte. Das sind alles Signale und sie sagen: Mach mal etwas langsamer.

Und das mache ich jetzt auch erstmal. Jetzt werdet Ihr sagen: Ja, dann mach aber auch in den nächsten Wochen mal NIX! Das mache ich natürlich auch, aber ehrlichgesagt, ich würde mich langweilen, wenn ich das fünf Wochen am Stück machen müsste. Nach zwei Tagen Nix-Tun reicht es mir nämlich damit meistens wieder. Für mich bedeutet diese Zeit, dass ich nun endlich mal wieder das in Ruhe machen kann, was immer liegen geblieben ist in den letzten Monaten und Wochen. Das finde ich toll. Und Dinge in Ordnung zu haben finde ich auch sehr entspanennd! Wer werden also ein wenig am Shop herumbasteln, aber auch im Lager: Ich möchte Inventur machen und ein bisschen aufräumen. Und privat habe ich natürlich auch ein bisschen was vor – da steht nämlich ein megatolles, nigelnagelneues E-Bike für mich bereit und ich habe eine neue Nähmaschine und ziemlich viel Stoff gekauft….

Und es fühlt sich auch jetzt schon toll an, Dinge in Ruhe machen zu können. Ich kann mir meine Tage gerade frei einteilen, ohne mich danach richten zu müssen, wann DHL und Co. hier eintrudeln, um einen Stapel Pakete zu liefern und dafür einen anderen Stapel Pakete wieder mitzunehmen. Ich kann aufstehen und schlafen gehen, wann ich will und arbeiten, wann und wo ich will. Daheim im Schlafanzug, in der Sonne auf dem Balkon oder eben doch auch im Shop. Ganz ohne Druck. Und klar, ich werde auch mit dem Mann ans Meer fahren und mir dann den Wind um die Ohren pusten lassen, Ehrensache.

Natürlich habe ich mir in den letzten Monaten immer wieder überlegt, ob ich es wie andere Woll-Onlineshops machen soll und den Versand einfach an einen Partner abgebe, damit ich mehr entlastet werde. Derzeit verschicke ich alle Pakete ab Köln, wo wir sie auch selber verpacken. Das wäre natürlich eine ziemliche Erleichterung, denn dann würde die körperliche Arbeit wegfallen und ich kann Euch verraten: Pakete picken und packen ist Knochenarbeit. Wenn man am Tag so 30, 40 verpackt hat, spürt man das hinter in allen Knochen. Ich hätte mehr Zeit für Strickdesign und Social Media, der Versand liefe wahrscheinlich auch schneller als jetzt. Aaaaaaaber: Man macht sich damit von anderen abhängig. Und ich muss sagen, während des Lockdowns war ich sehr, sehr froh, dass ich das meiste immer im eigenen Lager vorrätig hatte und so auch abschätzen konnte, wie die Bestände sind und was tatsächlich lieferbar ist. Bei so einer Kooperation ist das oft auch ein Pokerspiel, denn man weiß halt nie, welcher der anderen Kunden die noch letzten vorrätigen Garne zuerst bekommt. Und es gibt natürlich auch weitere Nachteile. Für mich selber fühlt es sich außerdem besser an, wenn ich das, was ich verkaufe, auch in meinem eigenen Lager habe und ich es selber auch mal in den Händen halten kann, bevor ich es an Euch verschicke. Dafür aber braucht es aber leider manchmal auch ein oder zwei Tage länger, bis das Paket bei Euch ist, wenn ich mit so einem extremem Bestellaufkommen zu tun habe. Ihr wisst ja: Zwei Beine und zwei Arme und so.

Aber wer weiß, was die Zukunft bringt, vielleicht entwickelt sich das alles auch nochmal anders. Im nächsten Jahr wird sich auf alle Fälle irgendwas ändern müssen, denn mein Lager platzt wirklich aus allen Nähten und ich brauche dringend mehr Raum, wenn ich weiterhin selber verschicken will. Gemacht mit Liebe ist in den letzten zwei, drei Jahren sehr gewachsen, das Sortiment hat sich verdoppelt, wenn nicht gar verdreifacht. Es bleibt also immer spannend. Und ich freue mich auch auf die nächsten Monate, denn ich mach das, was ich mache, immer noch sehr sehr gerne, auch wenn es oft so sehr anstrengend ist. Schöne Garne begeistern mich, ich liebe es, wenn ich sie im Shop anbieten kann und ich freue mich, wenn sie bei Euch auch so gut ankommen und Ihr daran Spaß habt.

Heute, am Donnerstag, werden jedenfalls die letzten Pakete abgeholt, die ich gestern alle verpack habe. Und dann fängt für mich tatsächlich die richtige Sommerpause an. Schaut bei mir auf Instagram vorbei, dort poste ich natürlich regelmässig, was sich rund um Gemacht mit Liebe so tut!

Ein Tipp: Wir haben diese Woche schon die Wunschliste komplett “eingedeutscht”, nachdem da ja lange, lange Zeit so viele englische Begriffe standen, die leider einigen beim Verwalten der Wunschlisten Schwierigkeiten gemacht hatten. Das tut mir furchtbar Leid, denn die Listen sollen Euch ja helfen und keinen Stress machen, damit Ihr dort Eure Lieblingsprodukte sammeln und in verschiedenen Listen anlegen könnt. Das sollte jetzt klappen und so könntet Ihr Euch da  zum Beispiel Garne für Eure erste Bestellung nach der Ende der Sommerpause am 6. August anlegen…

 

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2 Kommentare

  1. Angela sagt

    Liebe Daniela, ich wünsche Dir tolle Ferien mit viel Erholung! Und ich freue mich schon auf den August! Herzliche Grüße, Angela

  2. Verena Strickliesel sagt

    Hallo!

    Danke für Dein tolles Paket, das heute ankam. ch habe mich so gefreut übe die schöne Wolle und die hübschen Markierer von Cocoknits. Jetzt wird erstmal gestrickt! Dir erholsame Ferien! Lass es Dir gut gehen!

    Liebe Grüße,
    Verena

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