Häkeln
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Blogparade: Zeigt her Eure Maschen oder: Die Grannysquare-Decke

Und fast hätte ich die Blogparade von Maleknitting vergessen, wenn ich nicht eben noch in meiner Timeline den Beitrag von der @punktefrau gesehen hätte. Wir sollen einfach mal zeigen, was wir gerade auf der Nadel haben und da möchte ich natürlich unbedingt mitmachen, denn Blogparaden sind eine großartige Sache. Den Fernseher also ausgemacht, ins Büro gesaust, Rechner angeworfen und noch schnell ein Foto gemacht: Von meiner Grannysquare-Decke . Die drückt für mich nämlich aus, warum ich das mit dem Häkeln, dem Stricken und der Wolle so sehr liebe: Weil es nichts schöneres gibt, als sich so ein buntes, selbstgemachtes Wunder anzuschauen, sich darin einzumummeln und dann darüber staunen, dass man wirklich derjenige ist, der das gemacht hat. Ganz alleine, in vielen, vielen Stunden Arbeit (aktuell: 380).

 

 

 

 

Mit dem Häkeln habe ich erst letztes Jahr im Frühjahr angefangen und die Decke war dann auch fast mein erstes Projekt. Grannysquares häkeln sich relativ einfach und man hat, wenn man einen  Abend fleissig häkelt, gleich ein paar in der Hand. So eine Decke ist da doch schnell gemacht – dachte ich jedenfalls damals. Ein paar Knäuel Wolle hatte ich schon, ein paar Farben kaufte ich einfach noch dazu, und dann ging es los. Abend für Abend häkelte ich diese Squares, 208 sollten es werden, um eine Decke in einer passablen Größe zusammenzubekommen. In den ersten Wochen ging es zügig voran, doch weil mich das Häkelfieber inzwischen völlig erwischt hatte, kamen nach und nach immer mehr Pausen, in denen ich andere Sachen häkeln musste. Handytäschchen, Kissenbezüge, Tassenmanschetten, Vasenumhüllungen, eine Babydecke, eine iPad-Hüllen und ein paar Kerzengläschen entstanden. Und zwischendurch immer wieder ein paar Squares. Dann kam der August und ich heiratete, anschließend fuhren mein Mann und ich in den Urlaub. Dreieinhalb Wochen ging es quer durch Europa, sechs Länder bereisten wir und exakt 22 Kilo durfte mein Koffer wiegen, um in den Flugzeugen, mit denen wir fliegen würden, kein Übergepäck zu haben. 22 Kilo – das waren bei mir 20 Kilo für Klamotten und 2 Kilo für die Wolle, von jeder Farbe der Decke ein Knäuel, außerdem eine Häkelnadel und eine Schere. Mein Mann erklärte mich für bekloppt und ich wusste, er hat Recht. Aber das war egal, denn ohne Häkelzeug verreisen? Unmöglich.

Als wir zurückkamen, hatte ich noch immer nicht genügend Squares, ich häkelte aber einfach immer wieder ein paar dazu. Und fing zwischendurch einfach mit dem Stricken an. Das hatte ich zum letzten Mal mit 15 Jahren gemacht. Die ersten Maschen gingen noch etwas holprig von der Nadel, aber nach einer Stunde hatte ich den Dreh wieder raus. Eine Kissenhülle entstand. Und dann kam der Herbst, also musste ein Schal für mich her. Bei der Decke sah es mittlerweile gut aus, die Squares hatte ich zusammen, nun aber ging es ans Vernähen. 208 Squares, jedes aus fünf Farben, macht pro Square 10 Fäden, die vernäht werden müssen. Und zwar so, dass man davon rein gar nichts mehr sieht, auch wenn es die Rückseite ist. Als ich damit durch war, ging es ans Zusammennähen. Ungefähr eine Woche lang lagen all die Squares im Wohnzimmer herum, denn nun musste erst einmal die perfekte Anordung gefunden werden, ohne dass irgendwo Farbcluster entstehen würden. Gehäkelt hatte ich einfach so drauf los, ich hatte mich einfach darauf verlassen, alle Farben gleichmässig eingesetzt zu haben und das hatte auch geklappt: Nach einer Woche etwa hatte ich meine perfekte Decke zusammengepuzzelt. Reihe für Reihe legte ich die einzelnen Reihen zusammen und nähte jede der Reihen mit einem Faden aneinander, an den ich einen kleine Zettel mit der jeweiligen Reihennummer hängte. Um dann erstmal einen weiteren Schal stricken und noch mehr Tassenwärmer, ein Hockerbezug, einige Windlichter, noch ein Kissen und einen Wärmflaschenbezug zu häkeln. Außerdem hatte ich mittlerweile dieses Blog hier, nachdem ich die Fotos von dem, was ich so machte, bisher auf einem bei WordPress gezeigt hatte, was ich aber blöd fand. Eine eigene Seite musste also her und auch an dieser saßen der Mann und ich einige Stunden lang, bis alles perfekt lief. Ende Dezember war ich mit der Näherei fertig. Um dann festzustellen: Da müssen noch zwei Reihen dran, damit die Füsse vom Mann nicht rausgucken, wenn er darunter liegt. Denn auch der Mann hat sich mittlerweile in diese Decke verliebt. Diese Squares habe ich mittlerweile fertig, nur zusammengenäht werden müssen sie noch.

Aber dafür habe ich gerade keine Zeit. Denn letzte Woche habe ich zwei Teppiche aus Zpagetti-Garn machen müssen, außerdem diverse Taschentüchertäschchen, denn ich möchte im Februar einen Dawanda-Store eröffnen. Einen Hockerbezug mache ich auch gerade. Und dann bin ich ja auch dauernd unterwegs: Freitags war ich beim Häkeltreffen, da gehe ich seit letztem Frühjahr einmal pro Monat hin. Jeden Mittwoch gehe ich außerdem seit diesem Monat zum Stricktreffen. Ja und ab und an treffen wir uns jetzt auch im Betahaus zum Craften. Und außerdem sitze ich gerade mit der Kiki an den Vorbereitungen für ein Panel für die re:publica im Mai, wo wir über das Crafting erzählen möchten. Nächste Woche kommt außerdem mein erstes Supercraft-Paket, das hat mir der Mann zu Weihnachten geschenkt, zusammen mit dem Regal, das jetzt in meiner kleinen Craftingecke steht und in dem ich meine Wolle horte. Und es wird immer mehr Wolle, voll komisch…

Und die Decke? Die mache ich dann schon noch irgendwann fertig. Benutzen kann man sie ja außerdem schon und an Abenden, an denen ich schlechte Laune habe, mummele ich mich einfach komplett darin ein. Und dann muss ich immer ein bisschen kichern, weil sie so wunderbar bunt ist und so herrlich bekloppt ist. Und weil das Häkeln mich zu einem froheren Menschen gemacht hat. Das hört sich kitschig an, aber genauso ist es. Ich habe dadurch so viele schöne Dinge und tolle Leute kennengelernt und je länger ich mich auf die Crafting-Welt einlasse, umso mehr großartige Dinge entdecke ich darin. Und wenn ich etwas weiß, dann dass Crafting die Welt definitiv besser und schöner macht.

Wenn es mal brennt und ich darf nur drei Dinge mitnehmen: Dann sind es die beiden Katzen und diese Decke. (Der Mann wäre mit dem Grill und unseren beiden Handys dann natürlich schon längst draußen)

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