Leute machen Sachen, Termine
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7 Fragen an die Organisatoren des YarnCamp Frankfurt

Manchmal kann man gar nicht anders und muss eine einzige Sache unbedingt machen, egal, ob die Idee völlig bekloppt ist, sie viel Zeit und manchmal auch Nerven kostet. Ganz oft entstehen aber genau so die großartigsten Projekte und Dinge – einfach deswegen, weil sie mit viel Liebe und Herzblut gemacht werden. In der Serie “Leute machen Sachen” stelle ich verschiedene Leute vor, die genau solche Sachen machen.

Am 15. September 2013 findet in Frankfurt das erste YarnCamp statt – ein BarCamp, bei dem sich alles rund um die Wolle drehen wird. Ich hatte hier neulich schon mal darüber geschrieben und freue mich ansonsten schon sehr, sehr, sehr auf diesen Tag. Grund genug, auch mal bei den Organisatoren nachzufragen, was sie dazu gebracht hat, so ein YarnCamp zu organisieren! Im Orga-Team sind vier Leute – Romy, Rebekka, Sara und Lutz und heute erzählen letztere drei ein bisschen etwas darüber, warum sie das alles überhaupt machen. Viel Spaß beim Lesen!

Hallo! Wer seid Ihr eigentlich? Bitte stellt Euch den Lesern kurz vor.
Lutz: „Ich bin Lutz Staacke, 30 Jahre alt und Online Marketing Manager bei einer Firma in München.“

Sara: „Und ich bin Sara, 30 Jahre alt und durch und durch Internettante. Ich arbeite als Community Managerin für eine große Internetplattform und bin auch privat immer im Netz. Da kam mir das Stricken als Ausgleich eigentlich ganz gelegen. Angefangen habe ich eigentlich, weil in meiner Umgebung alle angefangen haben, Mützen zu häkeln. Da dachte ich mir „Huch, ist das wieder Trend?“ und prompt habe ich angefangen, Socken zu stricken. Im Nachhinein betrachtet hätte ich mir als erstes Projekt was leichteres aussuchen sollen.“

Rebekka: „Ich heiße Rebekka Badenheuer-May und bin auf Twitter die @queenofwhatever. Meine Arbeit als Grafik-Designerin ermöglicht es mir, viele bunte und kreative Dinge zu machen. Zusätzlich organisiere ich gerne (mit anderen begeisterten Netz-Menschen) kuschelige Netz-Veranstaltungen, wie z.B. das Yarncamp, die Webcon und www.wirleben.ac. In meiner Freizeit bin ich viel undigital kreativ und pflege meine heimliche Leidenschaft für Wolle, Stoff und DIY-Magazine.“

Was ist Euer Projekt und wie funktioniert es? 
Rebekka: „Unser Projekt ist das erste deutschsprachige Barcamp zum Thema Garn, Wolle und DIY. Barcamps funktionieren am besten mit der Hilfe aller Teilnehmer, die die Sessions aktiv gestalten und – hoffentlich – viel darüber berichten. Barcamps sind keine Konferenzen im klassischen Sinne, sondern Unkonferenzen und Mit-Machen-Konferenzen. Das sympathische an Barcamps ist ja, dass so ein Barcamp von spontanen Vorträgen lebt. Jeder kann sich einbringen, in dem er bei der Sessionplanung ein Vortrag vorschlägt. In der Vorstellungrunde wird dann jede Session vorgestellt und geschaut ob sie auf Anklang trifft. Auslöser für das YarnCamp waren spontane Sessions auf dem Barcamps in Essen und in Jena zum Thema Stricken, auf Twitter wurde daraus die Idee „Wir müssen mal ein Barcamp zum Thema Stricken machen“ und so haben wir dann das yarncamp locker auf twitter weiter gesponnen. Dann haben Romy, Sarah, Lutz und ich uns auch abseits von Twitter zusammen getan und das YarnCamp wurde geboren.“

Lutz: „Als Blogbetreiber von maleknitting und begeisterter BarCamp-Fan wollte ich unbedingt diese beiden, schönen Dinge miteinander vereinen. Daher habe ich mal ein bisschen gesponnen, meine Idee auf Twitter gepostet und schnell viele Anhänger gefunden, die sich für so ein Event begeistern können.“

Wie viel Zeit und Liebe investiert Ihr ins Yarncamp? Was müsst ihr alles tun, um es stattfinden zu lassen?
Sara: „Nun, wir sind fleißig dabei, alles zu organisieren: Von der Location, über Essen bis hin zu Gimmicks, die es hoffentlich geben wird. Daher schreiben wir uns viel via Facebook und Google Drive und hangouten auch regelmäßig.“

Lutz: „Wir sind noch mitten drin in den Vorbereitungen. Ich habe größtenteils den Part Sponsoring übernommen und finde es sehr spannend, mit wie vielen Leuten und interessanten Firmen man in Kontakt kommt.“

Rebekka: „Im Moment sind das ca 2-5 h in der Woche. Da wir über ganz Deutschland verteilt sind, treffen wir uns regelmäßig in Google Hangouts. Die ‚Arbeit‘ haben wir nach persönlichen Vorlieben und Stärken unter einander verteilt. Und irgendwie ist es sooo toll, denn ‚unser Baby‘ läuft. Irre.“

Und warum macht Ihr das eigentlich?
Lutz: „Weil ich schon immer mal ein BarCamp selber organisieren wollte und ich Spaß an DIY Themen habe.“

Rebekka: „Weil ich Spaß am Netzwerken, dem Organisieren und an der ganzen Vorbereitung habe. Ich mag es, mich mit anderen gleichgesinnten Netz-Menschen zu treffen, um sich auszutauschen. Ich bin gerne auf Barcamps und ähnlichen Veranstaltungen und da ist es doch naheliegend, selber mal ein Barcamp zu organisieren, oder? ;-) Ich möchte gemeinsam stricken und lachen, mir von anderen Strick- und Häkel-Begeisterten Muster erklären lassen und sich austauschen. Nebenbei möchten wir auch Trends setzen und zeigen das Stricken und Häkeln nicht nur von der Großmutter ausgeübt wird, sondern durchaus von jungen Menschen, wie Du und ich.“

Sarah: „Weil’s Spaß macht, weil Barcamps eine gute unkomplizierte Möglichkeit sind, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen und weil ich finde, dass man den Stricktrend durchaus weiter unterstützen kann.“

Was wünscht Ihr Euch für das YarnCamp?
Rebekka: „Den Weltfrieden. Nein, Spaß beiseite. Ich wünsche mir, dass es für uns ein voller Erfolg wird und alle Teilnehmer glücklich über ihre Teilnahme berichten. Dann werden wir sicherlich nächstes Jahr ein weiteres YarnCamp machen. Ich wünsche mir vor allem, dass wir alle gemeinsam stricken, häkeln und hoffentlich viel viel Spaß haben werden.“

Sara: „Dass es ein schöner Tag wird, ich viele nette Leute kennen lerne und auch für mich und meine noch recht leidliche Strickerfahrung ein bisschen was an neuem Wissen mitnehmen kann.“

Lutz: „Das viel Leute einen schönen Tag verbringen und ich am Ende des Tages da sitze mit einem Haufen Restwolle zum verstricken.“

Welche Trends könnt Ihr rund um das YarnCamp erkennen?
Lutz: „Die Leute melden sich an :) Ich habe schon von einigen Ecken gehört, dass man sich beim nächsten Mal zwei Tage wünscht. Das müssen wir dann mal nach dem Event genauer unter die Lupe nehmen.“

Sara: „Da gibt es ganz verschiedenes derzeit. Grade weil das Stricken momentan wieder sehr trendy ist, entwickelt sich immer was neues. Ich finde es super, dass eben vieles online stattfindet, dass man Stricker und deren Kunstwerke von der ganzen Welt betrachten kann, sei es auf diversen Blogs, Instagram oder Pinterest. Ich finde es großartig, an dem ganzen teilhaben zu können und beobachte gerne, in welche Richtungen sich das noch weiterentwickelt.“

Rebekka: „Stricken und Häkeln schon lange keine Nischentätigkeiten mehr. Der Trend geht zum Selbermachen. Es werden Muster designt, es wird Wolle selber gesponnen oder gefärbt. Toll, dass es dafür mittlerweile überall Hilfe gibt, sei es in Online-Foren, Handarbeitsgeschäften oder in Handarbeitscafés, die es mittlerweile in fast jeder Stadt gibt.“

Welche drei Projekte/Blogs/Initiativen möchtet Ihr den Lesern emfpfehlen – und warum?
Lutz: „In München wird immer wieder Wolle für die Flüchtlinge im Asylbewerberheim gesucht (annette-freihardt@gmx.de). Da kann man seine einzelnen Knäule gerne spenden. Ansonsten mag ich noch den Backbuben, da auch er einer der wenigen Kerle in eienr Frauen-Back-Bloggerszene ist. Und weil das Projekt ganz neu ist – Iron Blogger München. Man wird hier angespornt mindestens einen Blogbeitrag pro Woche zu schreiben, ansonsten zahlt man 5 Euro in die Kaffeekasse und geht mit den anderen dann mal nen Bierchen trinken.“

Rebekka: „Da wäre www.wirleben.ac – das Rotation Curation Projekt rund um Aachen mit der wunderbaren @missmarple76 und mir . Mit diesem Projekt lerne ich endlich andere Seiten von Aachen kennen, die ich so nicht gesehen hätte. Und http://www.thecookingknitter.com/  The cookingknitter vereint, was alle gerne machen: Schöne Dinge erschaffen und Rezepte ausprobieren. Lecker. Außerdem www.webcon.de Die webcon bringt Internet-Interessierte und netzaffine Menschen für einen Tag in Aachen zusammen. Das Beste daran, ich muss dafür nicht mal verreisen ;-)  Und die vielen anderen tollen Blogs, die ich (fast) täglich lese. Und wenn ich die posten würde, wäre morgen noch dran.“

Was Ihr außerdem noch sagen möchtet…
Rebekka: „Liebe Daniela, sei herzlichst umarmt und ganz lieben Dank, dass wir unser Projekt vorstellen durften.“

Sara: „Danke für deine Fragen und ich hoffe, wir sehen uns in Frankfurt! Und natürlich nicht nur dich, sondern auch deine Leser und Leserinnen! :-)“

Lutz: „Wer stricken will, muss freundlich sein!“

Vielen Dank für die Antworten!

 

 

Kategorie: Leute machen Sachen, Termine

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Daniela Warndorf ist Autorin, freie Redakteurin und Bloggerin Seit 2012 schreibt sie bei Gemacht mit Liebe über das Häkeln, Stricken und Selbermachen und hat sich mit der Gründung ihres Shops für schöne Wolle und Strickkits einen Traum erfüllt. Seit 2017 ist Gemacht mit Liebe in einem hübschen Ladenlokal in Köln Sülz zuhause.

6 Kommentare

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  3. Danke, Volker! Wir sind fleißig dran – sorry, Daniela, dass ich keine Zeit hatte, die Fragen zu beantworten. Letzte Woche krank, diese Woche zu viel zu tun. Aber meine Kollegen waren sehr ausführlich und fleißig – es ist also alles gesagt. ;)

  4. Ich kriege ja einen Teil der Vorbereitungen mit und kann nur sagen: Leute, wenn ihr gerne Wolle knotet (jaja, ich weiß, da spricht der Laie :), dann sollte man sich das YarnCamp nicht entgehen lassen. Und den Organisatoren wünsche ich viel Erfolg mit dem Camp und genau so viel Spaß wie die Teilnehmer haben werden.

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