Gemacht mit Liebe unterwegs, Lecker essen
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Japanisch essen in Köln: Das Daitokai

Und gestern endlich war es soweit: Wir waren im Daitokai essen, dem japanischen Restaurant in Köln. Zur Hochzeit hatten wir Gutscheine im Wert von 125 Euro geschenkt bekommen, die wir nun endlich „verjubeln“ wollten. Ein tolles Geschenk, denn japanisches Essen lieben der Mann und ich über alles. Sushi könnte ich eigentlich fast jeden Tag essen, aber natürlich hat die japanische Küche noch so einiges mehr zu bieten – wer einmal bei Kintaro, dem wohl besten Japaner Kölns war, weiß, was ich meine. Das Daitokai funktioniert aber nochmal anders: Hier wird nämlich nach Teppanyaki-Art gekocht. Das bedeutet, dass die Gerichte nicht in der Küche zubereitet werden, sondern auf einer riesigen Stahlkochplatte, um die man in kleinen Gruppen sitzt. Wir waren zu viert, direkte neben uns saßen weitere drei Personen. Bis zu acht Leuten sitzen also um so einen Tisch an den beiden kurzen und der langen Seite, die andere lange Seite aber gehört dem Koch, der aus den verschiedenen Zutaten am Tisch kleine Gerichte zaubert – frischer geht´s also nicht. In Amsterdam waren wir bereits vor zwei Jahren mal in einem Teppanyaki-Restaurant, doch das Daitokai sei um Klassen besser, meinte mein Mann, der dort schon öfter essen war. Und wenn man nach dem Daitokai googelt, findet man nur top Bewertungen. In Berlin gibt es ein weiteres Daitokai, das Kölner Restaurant wurde 1973 gegründet und gehört somit zu den ersten Japanern der Stadt.

Wir entschieden für das Menue „Iroli Spezial“ mit extra Sushi – wenn schon, denn schon. Beide hatten wir tags extra weniger gegessen, um abends genügend Appetit und Hunger mitzubringen. Eine gute Idee, denn das, was wir zu essen bekamen, war nicht eben wenig. Der Mann entschied sich beim Hauptgericht allerdings für das Rind, während ich die Ente bestellte.

Los ging es mit einem Appetitanreger: Kleine Fischchen, angemacht mit Zwiebeln und einer Sauce. Eigentlich sehr lecker, bis ich sah, dass die Fischchen ja noch Köpfchen hatten und in den Köpfchen kleine weiße Äugelchen zu sehen waren. Brrr, nix für mich. Weiter ging es mit einer ersten Vorspeise, einem Dreierlei: Frittierte Schwarzwurzeln, gebratene Ente mit Kaviar und Weißfisch in Gelee. Eigentlich alles lecker, der Geleefisch war mir allerdings geschmacklich zu nah an dem, was man im Supermarkt in der Kühltheke als „Hering in Gelee“ in kleinen quadratischen Plastikbechern bekommt. Die nächste Vorspeise war da schon eher nach meinem Geschmack: Sushi! Und zwar in Form von drei Nigiri mit Ebi, Sake und Toro. Toro und Ebi esse ich eher selten, meist finde ich den Thunfisch zu wässrig und den Ebi dagegen oft zäh. Aber hier war davon nichts zu merken, der Thunfisch war superaromatisch, die Garnele ebenso und dazu auch noch zart. Auch der nächste Gang war ein Highlight: Jakobsmuscheln, Riesengarnelen und Lachs. Alles direkt am Tisch gebraten, dazu ein bisschen gedünsteter Pak Choi. Leckerst! Weiter ging es mit einem Salat mit Daitokai-Dressing: Das Dressing fand ich etwas zu kalt und ein bisschen zu sauer, aber das ist sicher auch Geschmackssache. Und nun kam das Hauptgericht: Gebratene Entenbrust in einer Orangen-Teriyaki-Sauce mit Sprossen, Pilzen, Zuckerschoten und Reis. Meine Ente war ein klitzeklein bisschen zu lang auf der Platte und daher nicht perfekt rosa, trotzdem aber war alles sehr lecker. Ein bisschen verliebt war ich außerdem in die Kräutersaitlinge, denn die sind einfach meine Lieblingspilze. Schließlich noch das Dessert: Ein in einem hauchzarten Pfannkuchen flambiertes Stück Teppan-Eis mit ein bisschen Obst und Himbeersauce. Sehr schön. Ohne Getränke hat mein Menue 75 Euro gekostet – ohne dem extra dazubestellten Sushi wären es 66 Euro gewesen.

Für das Essen würde ich insgesamt eine 2+ geben – ich fand alles sehr gut gemacht und die Zutaten waren jeweils top. Was mir aber ein bisschen gefehlt hat, war die Liebe zum Kochen. Ich hatte den Eindruck, dass das Zubereiten zu automatisch erfolgte. Jeder Handgriff sitzt perfekt und das Kochprogramm wird ein bisschen heruntergespult, eben so, wie man es seit Jahren dort macht, denn die Speisekarte wurde ja auch seit Jahren nicht verändert. Und die typische Show, in der der Koch seine Kunstfertigkeit zur Schau stellt, gibt es auch nicht. Wenn nach und nach an allen Tisch reihum das Licht ausgeschaltet wird, damit man beim Flambieren der Nachspeise die Flammen besser sehen kann, hat man das Gefühl, in einer Art Teppanyaki-Fabrik zu sitzen und das ist ein bisschen schade. Dafür aber wiederum war der Service erstklassik und superaufmerksam, aufgefallen ist mir auch, wie ordentlich und sauber gearbeitet wird. In Amsterdam damals war das zum Beispiel ganz anders: Je später der Abende, umso verkokelter die Kochplatte. Und alles, was darauf noch zubereitet wurde, schmeckte dann auch entsprechend leicht angebrannt, während wir hinterher rochen, als hätten wären wir im Wald beim Grillen gewesen. Hier wurde dagegen nach jedem Gang pingelig die Platte gereinigt.

Es gibt natürlich weitere sehr gute Japaner in Köln: Zum Beispiel das Kintaro (da unbedingt Tempura essen!!) – das ist zwar nicht gerade günstig, dafür kocht hier ein original japanischer Sushi-Koch, der ganz genau weiß, was er tut. Sehr gutes Sushi gibt es auch bei Sumo-Sushi. Sumo gibt es mittlerweile drei Mal in Köln: Im Hürth-Center, in Efferen (Luxemburger Straße 83), in der Aachener-Straße 17 – 19 sowie am Mediapark (Kümpchenshof 21). Ebenfalls gutes Running-Sushi „all you can eat“ gibt es im Kyoto, das aber seltsamerweise fast immer gähnend leer ist, wenn man daran vorbei fährt. Top Sushi gibt es außerdem auch bei Sushi-Samurai, ebenfalls mit einem Stammsitz in der Luxemburger Straße.

Ab und an sind wir auch im Sakura, dort gibt es Running Sushi „all you can eat“, allerdings ist die Auswahl an dem, was über das Band läuft, sehr unterschiedlich. Letztes Mal waren wir ein bisschen enttäuscht, vorletztes Mal dagegen war es gut. Wer mehr wissen möchte: Bei Sülz-Köln.de ist letztes Jahr dazu von mir eine Restaurant-Kritik veröffentlicht worden. Günstig ist es dafür allemal: Man zahlt nur knapp 20 Euro.

 

Kategorie: Gemacht mit Liebe unterwegs, Lecker essen

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Daniela Warndorf ist Autorin, freie Redakteurin und Bloggerin Seit 2012 schreibt sie bei Gemacht mit Liebe über das Häkeln, Stricken und Selbermachen und hat sich mit der Gründung ihres Shops für schöne Wolle und Strickkits einen Traum erfüllt. Seit 2017 ist Gemacht mit Liebe in einem hübschen Ladenlokal in Köln Sülz zuhause.

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