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Ist Häkeln Frauensache oder: Ursula und ihr Hass aufs Handarbeiten

Ist häkeln frauensache

Es ist über drei Jahre her, dass ich mit meinem Mann dreieinhalb Wochen auf Hochzeitsreise war. Wir waren in Danzig auf den Spuren meiner Großeltern unterwegs, besuchten die Schäreninseln bei Karlskrona, erkundeten mit dem Rad Kopenhagen, tranken Whiskey in Edinburgh, lagen am Strand von Brighton und zu guter Letzt setzten wir mit der Fähre von Portsmouth über nach Guernsey, um dort noch ein paar ruhige Tage am Meer zu verbringen, bevor es wieder nach Hause ging. Und als wir da auf diesem Schiff auf einer Bank in der Sonne saßen, holte ich mein Häkelzeug aus der Tasche, häkelte drei Blümchen und hängte sie an einen der Scheinwerfer. Dass ich das tat, hatte keine besondere Bedeutung, es war ein schöner Tag, wir waren glücklich, alberten wegen der Blumen herum und vermutlich wollte ich sie einfach nur nicht mit auf die Insel nehmen. Ich machte noch ein Foto und als ich dann abends wie jeden Tag in diesen dreieinhalb Wochen meinen Blogpost schrieb, um diese wunderschöne und aufregende Reise für uns, Freunde und Familie zu dokumentieren, setzte ich das Bild in den Artikel. Eine kleine Erinnerung an einen schönen Moment, das bedeutet das Bild und auch die Aktion, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Das ist über drei Jahre her und ich habe seitdem nur noch selten daran gedacht.

Bis ich letzte Woche eine E-Mail bekam. „Das bist doch Du, die meint doch Dich?!“ schrieb meine Tante, die ein PDF mit einem Textausschnitt aus Chrismon, dem evangelischen Kirchenmagazin, mitgeschickt hatte. Und ich staunte nicht schlecht. In der Kolumne hatte sich nämlich Chefredakteurin Ursula Ott nicht nur über ihren Hasss auf Handarbeiten ausgelassen, sondern tatsächlich auch etwas über mich und meine drei Häkelblumen geschrieben. Wer mal gucken mag, der Text ist online hier nachzulesen: Ist Häkeln Frauensache? Komische Handarbeiten. Und was da so über mich stand, war ganz schön unfreundlich: „Eine gewisse Daniela etwa zeigt das Foto ­einer Fähre, mit der sie von Portsmouth nach Guernsey geschippert ist. Und auf der sie ein paar Blümchen um die Scheinwerfer ge­häkelt hat. Blümchen. Auf Scheinwerfer. Hilfe! Männer bauen Schiffe. Frauen be­häkeln Schiffslampen. So ist sie, die Geschichte der Geschlechter in zwei Sätzen.“ Genau das stand da und ich war ein bisschen sprachlos.

Dass jemand dieses private Foto als Aufhänger für einen Artikel über seinen Hass aufs Häkeln verwendet – okay, das ist ja vielleicht noch irgendwie nachzuvollziehen. Ich habe es ehrlichgesagt normalerweise ja auch nicht so mit gehäkelten Blumen. Aber dass ich und mein Foto dann auch noch exemplarisch als Begründung dafür herhalten müssen, dass mit der Sache der Frauen ganz gehörig etwas schief läuft, weil sie häkeln, ist doch ganz schön starker Tobak. Und dazu könnte ein Vergleich kaum noch mehr hinken als dieser: Auf der einen Seite ist da diese Frau, die in ihrem Urlaub ihrem Hobby nachgeht und mit ihrem Mann herumalbernd ein paar Häkelblumen irgendwo aufhängt und das fotografiert. Und auf der anderen Seite Männer, die ihrem Beruf nachgehen und Schiffe bauen? Äh, bitte? Wo gibt es da eine Gemeinsamkeit, außer dass man es beide Male mit Menschen zu tun hat, die halt irgendwas machen? Macht nicht etwa jeder Mensch andauernd irgendetwas? Ich, die „gewisse Daniela“, häkle halt gerne, weil es mein Hobby ist. Und dann ist da noch mein Beruf: Wie die Autorin des Textes arbeite ich ansonsten seit 1998 als Redakteurin und verdiene mein Geld mit dem Schreiben. Dass ich keine Schiffe baue – ich bitte vielmals um Entschuldigung, aber mich hat Schweißen halt nie so besonders interessiert.

Mein Foto und ich waren aber nicht das einzige Beispiel, das belegen sollte, dass mit der Sache der Frauen aufgrund der ganzen Häkelei ganz gehörig etwas im Argen liegt. Und da hatte Frau Ott dann auch ein schönes Ass im Ärmel: Prominente! Irgendwas mit Promis geht ja immer und es ist sicher allemal plakativer, als über irgendwelche Blogger herzuziehen, die kein Mensch kennt. Nächster Vergleich also: Die noch sehr junge und unbekannte Schauspielerin Maja Celine Probst und der Jahrzehnte ältere Regisseur Til Schweiger. Otts Argument: Probst würde in den Drehpausen lieber häkeln und ein Buch darüber schreiben, anstatt wie Til Schweiger zu planen, ein Flüchtlingsheim zu bauen. Das wurde dann auch nocht mit dem Vorwurf untermauert, dass das Häkelbuch inhaltlich weit von Richard David Prechts (ein Mann!!) „Geschichte der Philosophie“ zu sein. Aha ok. Nun gibt es hier aber ein winziges Problemchen: Während sich das Häkelbuch von Probst mittlerweile wie geschnitten Brot verkauft, ist aus Schweigers Flüchtlingsheim leider nichts geworden. Und während es nun kräftig in der Kasse von Probst klingeln wird, wird man von Schweiger vermutlich erst wieder etwas Neues hören, wenn er auf irgendeinem Event mal wieder betrunken in die Kamera gelallt oder eine neue 30 Jahre jüngere Freundin hat. Ja, da läuft auf jeden Fall etwas ganz gehörig schief. Aber eben nicht mit der Sache der Frauen. Und schon gar nicht wegen der ganzen Häkelei. Ott hat übrigens auch ein Buch veröffentlicht. Irgendwas mit Liebesgeschichten.

Nun hätte Ursula Ott, um die ganze Angelegenheit noch zu toppen, vielleicht noch einen Nazivergleich ziehen können. Aber als Chefredakteurin des evangelischen Kirchenmagazins macht man so etwas natürlich nicht. Warum? Richtig: Es geht nämlich noch viel schlimmer. Ich zitiere jetzt einfach mal: „In meiner Helfer-Facebook-Gruppe gibt es nämlich jetzt auch „Stricken mit Flüchtlingen für Flüchtlinge“. Hauptsache, die Flüchtlingsfrauen fangen nicht auch noch an, ihre Blechcontainer zu ­umhäkeln“. Ja, genau das steht ganz genauso in diesem Text. Und auch, wenn man sich mehrfach die Augen reibt, ist es noch immer da. Diese Verachtung, die aus diesen paar Worten spricht – es ist kaum zu beschreiben, wie niederträchtig ich diesen Satz finde. Gemeinsam ein paar Socken, etwas zum Anziehen oder irgendwas Nettes, das aus den tristen Übergangsbehausungen ein klein bisschen mehr ein Zuhause macht, zu klöppeln, das kann sicher keine verlorene Heimat ersetzen oder auch nur annähernd all das Leid wieder gut machen, dass diese Menschen hinter sich haben und auch noch durchleiden müssen. Aber es ist ein ganz kleines Zeichen: Hier bei uns in Deutschland gibt es nicht nur die Hetzer und die Gleichgültigen, sondern auch welche, die auf Flüchtlinge zugehen, Kontakt zu ihnen aufbauen und in den Dialog mit ihnen treten. Und die versuchen, ihnen ein paar fröhliche Stunden zu schenken, in denen sie all ihr Elend einfach mal für eine Weile hinter sich lassen können. Und es ist ein erster Schritt, diese Menschen hier bei uns zu integrieren. Häkeln und Stricken sind dabei nur ein Mittel, aber es funktioniert. Ein bisschen Wolle und Strick- oder Häkelnadeln kosten nicht viel und lassen sich gut transportieren, häkeln und stricken kann man außerdem überall. Sicher wären Reitunterricht, Segelkurse oder Wanderexkursionen durch das herbstliche Burgund aufregender, bringen sie aber doch eben gewisse logistische und finanzielle Probleme mit sich. Wie so ein Handarbeitstreffen in einen Flüchtlingsheim übrigens aussehen kann, kann hier eindrucksvoll hier nachlesen: Nähen-Stricken-Häkel Nachmittag in der Flüchtlingsunterkunft. Was außerdem dieses Beispiel dann mit dem eigentlichen Thema des Artikels, nämlich dass das Häkeln der Frauensache schadet, zu tun hat? Ich weiß es doch auch nicht. Vermutlich wäre Ursula Ott mit einem ordentlichen Nazivergleich besser beraten gewesen. Dann hätte man sicher auch noch schön über die Rolle der Frau während des Nationalsozialismus diskutieren können, das wäre jedenfalls näher am Thema gewesen.

Und die Sache mit den Frauen und der Handarbeit? Sicher sind es mehr Frauen als Männer, die Stricken, Häkeln oder Nähen als Hobby haben. Das ist schade, aber es ist eben nun mal so. An uns Frauen liegt es jedenfalls nicht, wir freuen uns, wenn sich mal ein Mann zum wöchentlichen Stricktreffen verirrt. Solche Artikel wie der von Ursula Ott helfen außerdem ganz gewiss nicht dabei, am Frauenüberschuss etwas zu ändern, weil sie in alten Klischees nicht nur verhaftet sind, sondern sie auch noch untermauern. Schade! Und was im Text auch völlig unerwähnt bleibt: Handarbeit ist mehr als nur ein Hobby, da hängt nämlich eine riesige Wirtschaft dran. Dazu gehören nicht nur die Verlage, die ein neues Handarbeitsbuch und ein neues Print-Magazin nach dem anderen auf den Markt bringen, weil das Segment Handarbeit im Unterschied zu allen anderen weiterhin am Wachsen ist. Sondern auch große Unternehmen wie MEZ, Langyarns, Addi oder Prym, die in Deutschland sitzen. Und nicht zuletzt gibt es dann noch die zahlreichen Handfärberinnen, Strickdesignerinnen, Onlineshop-Betreiberinnen oder Inhaberinnen von Wollgeschäften, die aus ihrem Hobby einen Beruf gemacht haben und darin äußerst erfolgreich sind. Ich könnte dazu  noch viel erzählen, denn darüber halte ich ab und an Vorträge. Zum Beispiel  in Berlin auf der re:publica 2013 gemeinsam mit einer Freundin vor ein paar hundert Leuten. Aber das ist eine andere Geschichte.

Sich jedenfalls über das Handarbeiten lustig zu machen ist ungefähr genauso albern wie sich über das Backen von Brot aufzuregen. Wer das mit dem Nähen, Stricken oder Weben drauf hat, kann sich jedenfalls immer noch jederzeit etwas zum Anziehen oder eine wärmende Decke selber machen. Das war schon in der Steinzeit so und das wird auch weiterhin immer so bleiben, weil warme Pullis und Decken eben nun mal das ganz elementare Grundbedürfnis eines jeden Menschen nach Wärme stillen. Genauso, wie ein Stück Brot eben satt macht und dabei besser schmeckt als ein gestampfter Getreidebrei. Beides, das Brotbacken genauso wie das Handarbeiten in Form von das Nähen, Stricken und Weben, hat daher seit der Steinzeit Konjunktur und das wird auch immer so bleiben. Wie sich das mit dem Schreiben von gehässigen und dummen Kolummen in evangelischen Magazinen verhält – naja, reden wir besser nicht drüber.

31 Kommentare

  1. Marita Baum sagt

    Ich kann ihnen in vielen Dingen nur zustimmen!
    Die Welt (Menschen) wäre viel friedlicher, wenn sie sich etwas mehr mit “ Häkeln “ beschäftigen würden.
    Für mich ist es mein “Yoga“.
    In diesem Sinne, ohne viel Worte weiter zu verlieren. MB

  2. Leonore Winterer sagt

    Schöner Beitrag – ich hatte mich bei dem Original schon gefragt, ob die Dame wohl von dir redet. Hattest du nicht erst vor ein paar Monaten über einen Beitrag berichtet, der Frauen angehalten hat, lieber Pilotin zu werden statt Socken zu stricken? Das Lästern gegen Handarbeiten scheint jedenfalls genauso im Trend wie das Handarbeiten selber…

  3. Hallo Leonore! Ich weiss ehrlichgesagt gar nicht mehr, ob ich das geteilt hatte. Vielleicht in einem der Wochenrückblicke mal? Als ob man Sockenstricken und Pilot sein irgendwie miteinander vergleichen könnte. Es ist ganz schön bitter :(

  4. Uschi Hellmich sagt

    Daniela, du sprichst mir aus dem Herzen. Ich habe mich ebenfalls sehr über den Artikel geärgert. Ich bin auch eine von denen, die Bäume umstricken und für soziale Projekte handarbeiten. Und ich würde es immer wieder tun. Wir planen gerade mit Flüchtlingen zu handarbeiten. Und ich bin stolz darauf!

  5. claudiaostrop sagt

    Ach, Du bist die „gewisse Daniela“! Ich muss sagen, dass ein Artikel mich sehr lange nicht so nachhaltig fassungslos gemacht hat wie diese dummen Zeilen dieser Frau Ott.
    So eine verbale Arroganz – unglaublich. Ich nähe, stricke und häkele – das ist mein Ausgleich zu meiner Arbeit (für die ich ein Studium erfolgreich absolvieren musste, da schau mal einer an) und vielleicht täte Frau Ott dran, es auch mal mit etwas Handarbeit zu versuchen. Am Ende würde sie dann auch ein wenig entspannen?
    Liebe Grüße!

  6. Bei solchen Beiträgen wie der von Frau Ott kommt mir ja die Galle hoch! Guter Journalismus beinhaltet Recherche und das Lesen von Texten- und nicht das persönliche beurteilen eines einzelnen Fotos, ohne die Geschichte dazu zu kennen.
    Hat die Frau schon mal etwas davon gehört, dass man nicht fremde Bilder ungefragt für eigene Texte verwenden kann? Absolut unmöglich und ich stehe voll und ganz hinter Dir. Gleich eine Abmahnung und Unterlassungsaufforderung an den Verlag schicken!
    Und wenn ich das nächste Mal so ein Foto mache, kommt jetzt erst recht ein Häkelblümchen drauf!

    Liebe Grüße, Beatrice

  7. Puuh, die Dame zieht ja sehr gewagte Schlüsse. Zumindest sind die Kommentatoren dieses Kolumnenergusses mehr bei Trost als die Verfasserin.

  8. woolheart sagt

    Ganz wunderbar aufgeregt und nicht die Contenance verloren. Wunderschön lesenswerter Rant. :-)

  9. Meine Güte, da hat die Frau Ott aber mal ein outinggleiches Psychogramm von sich herausposaunt. Gut pariert Daniela! Denn leere Worthülsen einer verspannten, verbiesterten Journalistin (ist sie das wirklich?) werden nicht besser, nur weil sie geschliffen formuliert werden.
    Ich für meinen Teil würde mich über ein paar Häkelblümchen an meinem Gartenzaun wesentlich mehr freuen als über den nächsten schlecht recherchierten Artikel einer „gewissen Frau Ott“.

  10. Verrückte Sache. Mal abgesehen von meiner Irritation über den Inhalt, die Frechheit – warum kümmert einen das überhaupt? Ich verstehe auch nicht, wieso erwachsene Männer Spaß an Modelleisenbahn oder Carrera Bahn haben. Aber nur weil ich es nicht verstehe, muss ihc es doch nicht doof finden? Ich selbst habe das noch nie ausprobiert oder mit jemandem gesprochen, der sowas toll findet. Vielleicht wäre es dann auch was für mich. Da liegt dann auch der Punkt, die gewisse Frau schreibt, als ob sie null Ahnung hätte. Schade für sie, finde ich. Und schade für uns, dass sie trotzdem ihren Mund aufmachen muss. Leben und leben lassen, das wäre besser.

  11. Suschna sagt

    Da bin ich aber froh, dass ich zuerst hier und dann den Artikel gelesen habe, sonst wäre schon wieder mein Tag versauert. Ich habe zum Thema mieses Image der Handarbeiten eine Kategorie im Blog http://textilegeschichten.net/category/handarbeit-manner-frauen/ . Vielen Dank für deine Replik, sie kommt in meine Ermutigungssammlung. (Ist doch auch toll, dass du ganz unabhängig von Institutionen hier deine eigene Platform hast, um öffentich zu anworten, Frau Ott wäre immer von einem Mittler abhängig).

  12. Ich habe mich über den Originalartikel ebenfalls sehr geärgert, vor allem über die Doppelmoral angesichts des beruflichen Werdegangs der Dame.Leider konnte ich nicht Deine bewundernswerte vornehme Zurückhaltung aufbringen, sondern bin in meinem Kommentar dort etwas persönlicher geworden (bin gespannt, ob sie den veröffentlichen). Meine Erwiderung:

    „Werte Kolumnistin,
    ich warte nun voller Ungeduld auf die Bilder von den Schiffen, die Sie in ihrer Freizeit bauen, die ja reichlich bemessen sein dürfte, wenn sich sich profanen „weiblichen“ Tätigkeiten so konsequent verweigern. Ach so? Es ist Ihnen im Eifer des Gefechts entgangen, dass Ihnen da die Logik abhanden gekommen ist und Sie Beruf auf der einen Seite mit Hobby auf der anderen Seite gleichgesetzt haben? Und jetzt, wo Sie so darüber nachdenken, fällt Ihnen auf, dass Sie auch kaum schiffbauende Freizeitmänner kennen, aber dafür jede Menge, die sich auf der Couch von Fußball und Formel 1 berieseln lassen?
    Oder hätten Sie nicht einen interessanten wissenschaftlichen Artikel aus Ihrer beruflichen Laufbahn parat, der mir die Feinheiten der Teilchenphysik ein wenig näher bringt? Da knabbere ich schon seit geraumer Zeit dran. Ach so? Können Sie nicht? Weil sie große Teile Ihrer beruflichen Laufbahn damit verbracht haben für Brigitte, Vogue etc. Textchen zu verfassen? Wahrscheinlich über so Mädelskram … Rührt Ihr gespaltenes Verhältnis zur Handarbeit etwa da her? Dass Sie sich jahrelang von Magazinen bezahlen ließen, die von der Hoffnung der Anzeigenkunden leben, dass die Leserinnen die im „redaktionellen“ Teil vorgestellte Mode kaufen, statt selber Kleidung anzufertigen?
    Ja, ich stricke selber. Das werden Sie sich jetzt schon gedacht haben. Schiffe gebaut habe ich noch keine, aber schon das ein oder andere abgeschleift, falls das Ihre Vorurteile etwas reduziert. Während des Strickens höre ich mir übrigens gern Vorlesungen zur Astrophysik an. Oder ich lese dabei. Allerdings eher nichts von Richard David Precht. Der schreibt mir ein klein wenig zu banal.
    Und eines müssten Sie mir zum Abschluss auch noch erklären: Inwiefern ist ein Büchlein über Liebeskram denn ein Beitrag zur Gleichberechtigung? Können Sie denn nicht mal was Substanzielles schreiben, über die Geschichte des Schiffsbaus zum Beispiel? Kein Wunder, dass uns Frauen keiner ernst nimmt…“

  13. Sabine Kittel sagt

    Halleluja, das war ja mal ein Kommentar. Bravo Daniela, super geschrieben.

  14. Häkeln Sie halt beim nächsten Mal ein Segelboot statt Blümchen, dann ist die Dame evtl besänftigt. Ironie off. Das die Damen Dinge erlebt und gesehen haben, von denen das christlich entflammte Schwert der Emanzipation vermutlich nicht mal träumen möchte, scheint nebensächlich. Und wenn die Flüchtlinge ihre Container umhäkeln möchten und dazu alles, was nicht bei 3 auf dem Baum ist, wen stört es? Im Moment ist wohl überleben und neu sortieren das Erste, was zählt. Und die beruhigende Wirkung von Handarbeiten dürfte einiges dazutun. Alles andere kann erstmal warten, bis frau wieder Boden unter den Füßen hat.

  15. Marleen sagt

    Lovely!!! You made me laugh out loud!!! Incredible what some people think they can say!!! I can’t believe her article was actually published… But I loved your comment!

  16. Ein kluger Artikel als Reaktion auf einen nicht so klugen Chrismon-Text. Kann ich nur unterschreiben. Frau Ott zeigt mit all dem Wüten vor allem ihre eigenen geistigen Grenzen. Danke für deine Erwiderung.

  17. Kim Kaefer sagt

    Frau Ott hat übrigens unter den Kommentaren geantwortet, nicht sehr überzeugend …

  18. Den Kommentar finde ich ja fast noch blöder als den Text. Aber klasse, dass es viel Diskussion gibt – so viel Reaktion und so viele Leser hatten sie vermutlich noch nie bisher :-) Nur halt nicht so positiv, wie man es sich vielleicht gewünscht hätte.

  19. Nicole sagt

    Hilfe, was mache ich falsch?

    Studium: Dipl.-Ing. für konstruktiven Hochbau, Technische Betriebswirtin mit Diplom
    Beruf: Mutter, Bauingenieurin für konstr. Hochbau
    Hobby: Falls bei o.g. Beruf dafür Zeit, Motorrad fahren (selber und nix kleines, sondern 900ccm) und Nähen

    Gut, bisher habe ich noch nichts an meine Brücken genäht, aber auch noch keine Schraube an meine Kleidung gebohrt. Das sind halt alles zwei verschiedene Paar Schuhe.

    Verwirrte Grüße
    Nicole

  20. Kim Kaefer sagt

    Gerade noch mal reingeguckt. Der Satz im Originalbeitrag mit der „gewissen Daniela“ ist mittlerweile ein Link zu diesem Text hier.
    Könntest Du in den Logs unterscheiden, ob Verweise vom Text oder Deinem Kommentar kommen?

  21. Kann ich, ja. Aber es haben von hier aus eindeutig mehr auf den Artikel dort als vom Artikel dort nach hier geklickt.

  22. Pingback: Links zum Wochenende: Entwürfe on spec, Planetenmodell, Hass auf handmade u.v.m. | ringelmiez

  23. redaktionmamaimjob sagt

    Seltsam. Immer wieder sind es die Hardcore-„Christen“, die hetzen und ätzen und andere nicht ihr Leben leben lassen. Toleranz predigen und die intolerantesten Menschen auf diesem Planeten sein.
    All diese seltsamen Vergleiche sind lächerlich und an den Haaren herbeigezogen. Lass dich nicht nerven, liebe Daniela.
    Aufmunternde Grüße
    Petra

  24. „Ott hat übrigens auch ein Buch veröffentlicht. Irgendwas mit Liebesgeschichten.“
    Hihi.

  25. fujolan sagt

    Hut ab und danke für die bissige Reaktion.

    Und lassen wirs mal dahingestellt, dass sich eine (professionelle?) Redakteurin mal eben deines Bildes bedient, ohne zu fragen. Was ich ja ohnehin schon eine derbe Dreistigkeit finde.

  26. Ulrike. sagt

    Es bestätigt sich wieder, die Kirche ist (wie in so vielen Dingen) intolerant, der Artikel der Dame einfach nur gaga …

  27. Unfassbar, dass Leute einfach mal irgendwelche Blogger_innen ausgraben und quasi öffentlich „lästern“. An dem Sinn von Ursula Otts Aussagen lässt sich ja sehr zweifeln – aber warum greift man da plötzlich nach irgendwelchen (Privat-)Personen?
    Ganz davon abgesehen, dass, – neben dem, wie du schreibst, „niederträchtigen“ – Satz über Geflüchtete, ihre Aussagen über Frauen* frauenfeindlich klingen. So als hätten Frauen* es sich ausgesucht, nur (unbezahlte) Handarbeit zu machen. Historisch gesehen ist das ziemlich falsch. Aber vielleicht weiß Frau Ott das nicht.

  28. madameflamusse sagt

    Ich hab gedacht ich lese nicht richtig als ich den Artikel durchging…hat mich echt wütend gemacht, vorallem die Häme..und ich habe diese auch der Crismon geschrieben..und sowas in einem chrsitlichen Magazin, ne is klar
    tja und dann noch das Frauenbild einfach nur traurig

  29. Liebe „gewisse Daniela“,
    ich bin voll und ganz bei Dir! Der Artikel ist peinlich, regressiv, zeichnet (vor allem für ein christliches Blatt!) ein vollkommen rückständiges Frauenbild und lässt mich vor Fremdscham erröten!
    Und liebste MmeFlamusse, ich werde auch dorthin schreiben! Ist schließlich chrismon und nicht irgendein Pegida-Blättchen.
    LG, ich werde den Rest des Sonntags Häkeln!

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