Neues aus dem Maschinenraum

Handarbeit – mehr als nur ein Trend

Als wir letztes Jahr auf der re:publica unseren Vortrag über Crafting und Social Commerce hielten, zeigten wir unter anderem, dass Handarbeit ein wichtiger Wirtschaftsbereich mit Wachstumspotential und definitiv mehr als nur der vorübergehende Trend ist, von dem immer wieder gesprochen wird. Natürlich hatten wir damals ein paar Zahlen mit im Gepäck, gerne hätten wir aber mehr davon gehabt, um das noch besser zu untermauern. Nun hat die Initiative Handarbeit im Frühling weitere Statistiken veröffentlicht – und siehe da: Diese bestätigen unsere These nochmals sehr eindeutig.

2013: Der Trend manifestiert sich

Das waren die Zahlen, die wir in Berlin genannt hatten: Wurden 2008 939,9 Millionen Umsatz im Gesamtmarkt Handarbeiten zu Endverbraucherpreisen erzielt, waren es 2012 knapp 1,2 Milliarden. Der Großteil des Umsatzes wurde mit Strick und Häkelgarnen erzielt, wo zwischen 2011 und 2012 auch die größte Umsatzsteigerung zu verzeichnen war: 2011 waren es 360, 2012 430 Millionen. Weitere Zahlen dazu: Stoffe 350 auf 400 Millionen, Kurzwaren 159,7 auf 175, Maschinen 130 auf 135, Anleitungen & Bücher 33 auf 43 sowie Sticken: 22 auf 15. Die Zahlen stammten aus einer repräsentativen Umfrage der Initiative Handarbeit, die im März 2013 erhoben wurde.

2014: Weitere Zuwächse

In den neuen Zahlen, die nun im Frühjahr 2014 vorgelegt wurden, hat sich diese Entwicklung weiter fortgesetzt – trotz aller Unkenrufe, dass nämlich 2013 der Zenit erreicht sei. Damit ist klar, dass man definitiv nicht mehr nur von einem Trend sprechen kann, der ganz schnell wieder vorübergeht, sondern dass sich das Handarbeiten als ernstzunehmender Wirtschaftsbereich etabliert hat.

2013 waren entsprechend weiterhin große Umsatzzuwächse zu verzeichnen: Im Gesamtmarkt für Handarbeitsbedarf waren es ganze 13 Prozent auf insgesamt 1,35 Milliarden Euro (2012 im Vergleich: 1, 2 Milliarden Euro). Vor allem in Sachen Handstrick- und Häkelgarne gab es ein Umsatzplus von 20 Prozent. Der Umsatz 2013 betrug somit 520 Millionen Euro, während es 2012 noch 430 Mio Euro waren.

Und auch im Verlagswesen ging es weiterhin voran. Die Nachfrage an DIY-Büchern, Anleitungen und Handarbeitszeitschriften stieg von 43 Millionen (2012) um 28 Prozent auf 55 Millionen Euro an. Das ist  natürlich enorm, gerade wenn man daran denkt, dass gerade dieser Markt ansonsten mit großen Problemen zu kämpfen hat.

Zu tun hat das natürlich damit, dass noch mehr Frauen Handarbeiten als Hobby entdeckt haben. Hier gibt es einen Zuwachs um ganze acht Prozent. Somit zählen nun ganze 66 Prozent aller Frauen ab 16 Jahren das Handarbeiten auf, wenn man sie nach ihren Lieblingsfreizeitbeschäftigungen fragt. Mit 43 Prozent ist Nähen dabei am beliebtesten, beim Stricken sind es 29 und beim Häkeln 19 Prozent. Vor allem im Bereich der jungen Leute hat sich am meisten getan: Ganze 27 Prozent sind nämlich zwischen 14 und 39 Jahre alt – auch hier ein leichter Zuwachs, denn 2013 waren es noch 25 Prozent.

Entsprechend – und das hatten Kiki und ich letztes Jahr auch sehr ausführlich nachgezeichnet – spielt das Internet bei der Beschaffung von Informationen eine wichtige Rolle, während aber nach wie vor der Einkauf hauptsächlich vor Ort stattfindet. Nicht zuletzt, weil man die Dinge besser anschauen und vor allem anfassen kann. Eingekauft wird also hauptsächlich im Fachhandel und in den Kaufhäusern – der kleine Wollladen um die Ecke hat also gute Chancen.

Die Zahlen stammen von der Seite der Initiative Handarbeit. Hier gibt es noch weitere Informationen sowie einige interessante Schautafeln. Schau also ruhig mal dort vorbei.

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