Gemacht mit Liebe unterwegs
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Gemacht mit Liebe unterwegs: Das Winter-Strickcamp in Daaden

kreativwochenende

Und dann wollte ich natürlich noch über das zweite Kreativcamp in Daaden berichten. Nachdem das erste im Juni schon so schön war, hatte ich mich nämlich einfach nochmal angemeldet. Vorletzten Freitag ging es also wieder in den Westerwald, um dort gemeinsam mit rund 20 Frauen ein Wochenende lang gemeinsam unter einem Dach zu wohnen, zu essen und zu trinken und vor allem: Um bergeweise Wolle zu verstricken!

Diesmal waren wir ein paar Frauen mehr – dass es diese schöne Veranstaltung gibt, hatte sich natürlich mittlerweile herumgesprochen. Damit wir uns aber trotzdem schön in der Zehntscheune ausbreiten konnten, gab es im Nebengebäude ein paar weitere Schlafzimmer, die extra angemietet worden waren. Dadurch blieben die Mehrfachzimmer im Haus wie im Juni halb belegt und das war natürlich für alle angenehmer. Eine weitere Änderung: Die Köchin, die uns letztes Mal so toll italienisch bekocht hatte, war leider nicht mehr dabei und so gingen wir dann abends im Gasthof Koch nebenan essen. Das war nicht ganz so gemütlich, allerdings wird dort nicht weniger toll gekocht. Und gestrickt haben wir im Gasthof natürlich trotzdem. Gefreut hatte ich mich außerdem, bekannte Gesichter vom letzten Mal zu entdecken. So war auch Sabine von Fritzi Kreativ wieder da. Nicht, dass ich fremdeln würde, aber es ist halt dann doch schön, wenn man sich schon kennt und auch ein paar Anknüpfungspunkte hat.

Daaden selber liegt mitten im Westerwald, ein bisschen weiter oben sogar, so dass es hier deutlich kälter war als in Köln. Ich bin wieder mit der Bahn hingefahren, und man kommt auch problemlos hin – einmal in Betzdorf in die Daadebahn umsteigen und von der Endstation ist es dann nur noch ein Fußmarsch von fünf Minuten. Über die Zehntscheune hatte ich im Juni schon ein bisschen erzählt. Das Gebäude ist ein sehr altes Fachwerkhaus mit vielen Winkeln und Ecken, das sehr liebevoll restauriert wurde. Genauergesagt sind es sogar zwei Häuser, die miteiander verbunden sind und so gibt es dann auch zwei Eingänge und zwei Treppenhäuser – und eine sehr eigenartige, aber superlustige Architektur. Hinter jeder Tür versteckt sich praktisch etwas. Mal findet man ein komplett eingerichtetes Wohnzimmer, mal eine Treppe oder sogar eine Küche oder einfach einen Durchgang, durch den man dann ans andere Ende des Hauses kommt…

Und was haben wir gemacht? Also eigentlich haben wir von Freitagnachmittag durchgehend bis Sonntagmittag gestrickt und gehäkelt. Es gab viele Sitzmöglichkeiten im Wohnzimmer oder in der großen Küche und somit war genügend Platz vorhanden, um sich mit der Wolle auszubreiten.  So haben wir es einfach gemütlich gemacht und die Zeit für das schönste Hobby der Welt genutzt – unterbrochen eigentlich nur durch Schlafen und Essen. Herrlich! Man bekommt dabei richtig was weggestrickt und kann sich außerdem die ganze Zeit super untereinander austauschen, denn Gesprächsstoff gibt es ja mehr als genug, auch wenn man sich vorher noch nicht kannte. Weil jeder an sehr unterschiedlichen Sachen arbeitete, gab es für mich sehr viel Input… Ich habe zum Beispiel von mir bis dato völlig neuen Sockenfersen erfahren, nämlich der Fishlipskiss-Ferse und der Tomatenferse. Außerdem saß ich zum ersten Mal hinter einem Spinnrad und habe Merino zu, äh, Regenwürmern, versponnen – aber das war so spannend, dass ich plane, mir eine Handspindel zu kaufen und das mit dem Spinnen nochmal in Ruhe „in klein“ auszuprobieren. Maike von der Kleinen Wollwerkstatt hatte sich Zeit genommen und mir geduldig einen kleinen Grundkurs in Sachen Spinnen gegeben.

Überhaupt war spannend zu sehen, dass ich gar nicht die einzige war, die aus ihrem Hobby ein kleines Business gemacht hat. Neben Maike, die einen Laden für Wolle hat, habe ich zum Beispiel Inga aus Köln kennengelernt, die unter dem Label Berrenrath Designs tolle Mützen strickt – die gibt´ zum Beispiel derzeit auf dem Kölner Weihnachtsmarkt im Stadtgarten am Stand von Lauras Wollladen zu kaufen. Ihr findet sie außerdem auch auf Facebook. Ebenfalls aus Köln dabei war außerdem Strickdesignerin Mona C. NicLeòid, deren schöne Anleitungen ihr auf Ravelry sehen und kaufen könnt.

Ich habe leider kein einziges schönes Foto im Haus gemacht, so kann ich Euch gar nicht viel zeigen. Am Samstag bekam ich Unglücksrabe außerdem noch so richtig schön Frauenbauchschmerzen, so dass ich ein wenig in den Seilen hing. Stricken ging aber zum Glück noch. Ich habe an meinen bunten Socken aus der Jawoll Degrade weitergestrickt, außerdem an den Weihnachtssocken für meine Schwiegermama und schließlich an meiner Blanket to go. Fertig geworden ist allerdings nix, so dass ich noch keine Ergebnisse zeigen kann. Von meinem Desaster mit der Decke hatte ich ja schon erzählt – da habe ich dann am Montag nämlich alles nochmal komplett aufribbeln müssen….

Ansonsten hatte ich mich übrigens dieses Mal profimässig vorbereitet! Im Juni hatte ich nämlich auch einige Projekte dabei, mir aber ansonsten keinerlei Gedanken über die Logistik (!) gemacht. Und so lag dann mein Strickkram am Ende in drei Räumen verteilt herum und es war ein riesiges Chaos. Dieses Mal aber war ich schlauer und hatte nicht nur einen faltbaren Filzkorb mit Griffen dabei, sondern auch ein Strickschüssel, in der ich das aktuelle Knäuel und den Kram, den ich gerade ständig zur Hand haben musste, einfach auf dem Tisch schön sammeln konnte. Da kollerte also gar nix mehr herum. Das war sehr praktisch, denn man wechselt ja ab und an mal den Raum und dann hat man oft noch eine Tasse Kaffee, das Handy und sonstigen Kram herumzutragen. Das war dieses Mal immer schön ordentlich im Korb :) Daneben hatte ich auch daran gedacht, helle Stricknadeln für dunkleres Garn und umgekehrt mitzunehmen – wenn die Lichtverhältnisse schwierig sind, hilft das nämlich schon mal ein bisschen weiter.

Alles in allem ein sehr schönes Wochenende also, das viel zu schnell herumging!

 

Kategorie: Gemacht mit Liebe unterwegs

von

Daniela - Autorin, freie Redakteurin und Bloggerin Schreibt seit 2012 bei Gemacht mit Liebe über das Häkeln und Stricken, färbt leidenschaftlich gerne Wolle und hat sich mit der Gründung des kleinen Webshops 2015 einen kleinen Traum erfült. Seit 2017 ist Gemacht mit Liebe in einem hübschen Ladenlokal, dem "Häkelbüro" in Köln Sülz zuhause - dort finden Kurse und Stricktreffen statt, außerdem gibt es an bestimmten Terminen die "Offenen Samstage" für alle, die sich die Garne mal vor Ort anschauen möchten.

5 Kommentare

  1. Verena sagt

    Deine Regenwürmer waren doch ein guter Anfang für das erste Mal an meinem Bliss-Spinnrad !
    Ich bin auf deine ersten Versuche mit der Handspindel gespannt, das wird sofort funktioniert, wirst sehen :).

    • Hach, dankeschön! An die Ostsee nächstes Jahr kann ich ja nicht mit, aber ich bin schon seeeeeehr heiß auf den Farbekurs im Mai!

  2. Das hast Du toll geschrieben, genau so schön war es!!!

    Ich finde, Spinnen mit Chanti am kommenden Wochenende bietet sich doch noch an für Dich. In Köln. Und es gibt noch vier freie Plätze! Ich würd mich freuen!!!

    Herzlichst Bine

    • Schön wäre es, aber ich kann leider nicht :( Ich will aber auch erstmal üben, ich käme mir blöd vor so als absolute Anfängerin mit meinen Regenwürmern….

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